Werder fühlt sich durch DFL-Rechnungen benachteiligt

Die Deutsche Fußball-Liga will sich die Gebührenzahlungen an Bremen für die Hochrisikospiele zurückholen – und zwar von Werder. Präsident Hess-Grunewald ist sauer.

Hubertus Hess-Grunewald im buten un binnen Studio.

Die Ankündigung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die Mehrkosten in Höhe von 1,17 Millionen Euro für die Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen fristgerecht an das Bundesland Bremen zu bezahlen, hat Werder Bremen mit Verstimmung zur Kenntnis genommen und mit Kritik an der Bremer Poiltik verbunden – denn die DFL hat die Rechnung über die Hälfte der Summe prompt an die Grün-Weißen weitergeleitet. Möglich, dass Werder als Mitveranstalter der Spiele sogar nicht nur die knapp 584.000 Euro, sondern die Gesamtsumme von der DFL aufgedrückt bekommt.

Mit ihrer Ankündigung, die Rechnungen zu zahlen und weiterzuleiten, folgt die DFL dem Wortlaut des Bremer Gebührengesetzes und leitet die Kosten an die beiden Veranstalter weiter. Es wird einmal mehr deutlich, dass entgegen der Verlautbarungen der Initiatoren des Gesetzes der SV Werder Bremen großen finanziellen Schaden nimmt und einen nicht unerheblichen Wettbewerbsnachteil erfährt.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald

Das Gesetz ziehe einen bürokratischen Prozess nach sich und lasse völlig außer Acht, "dass Erstligaspiele von Werder Bremen unter dem Strich dem Steuerzahler deutlich mehr Geld einbringen als sie kosten." So profitiere die Stadt Bremen jährlich von 319 Millionen Euro finanzieller Effekte durch den Fußball-Bundesligisten, fügte Hess-Grunewald hinzu.

"Können Mehrkosten über 50 Prozent schwer akzeptieren"

Werder Präsident Hubertus Hess-Grunewald
Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald sieht einen klaren Wettbewerbsnachteil für den Verein.

Die Höhe der Gebührenbescheide liegt bei insgesamt 1,17 Millionen Euro. Etwa die Hälfte soll nach DFL-Angaben Werder zahlen, die andere Hälfte wird die DFL GmbH an den DFL Deutsche Fußball Liga e.V. weiterreichen. Mitglied dort sind alle 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Das DFL-Präsidium soll entscheiden, wie diese 584.000 Euro aufgeteilt werden. "Wir sehen die DFL in der Pflicht, mit uns eine faire und rechtskonforme Lösung zu finden", betonte Hess-Grunewald.

Gleichzeitig hat die Dachorganisation Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide erhoben und behält sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen März entschieden, dass eine Beteiligung der Vereine an zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens ist.

Der SV Werder Bremen wird in den andauernden Gesprächen mit der DFL sehr deutlich machen, dass wir eine finanzielle Belastung, die über die 50 Prozent der Mehrkosten für Polizeieinsätze hinausgehen nur schwer akzeptieren können.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. September 2019, 19:30 Uhr