Milot Rashica: Der Raketen-Mann im Werder-Sturm

Er hat mit Werder Bremen eine bärenstarke Rückrunde gespielt. Und mittlerweile hat er sich auch an seinen Spitznamen gewöhnt. Eingewöhnungsphase beendet.

Milot Rashica trägt lächelnd das gelbe Metallmännchen zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

In der Offensivabteilung bei Werder ist Milot Rashica unter anderem zuständig für die Hochgeschwindigkeitsläufe, kommt gern über Außen, spielte zuletzt aber auch Mittelstürmer oder hängende Spitze in der Bundesliga. Ein Spielertyp ähnlich wie Fin Bartels oder Johannes Eggestein. Schnell, wendig, technisch stark.

Deutsch spricht er noch nicht so gut, aber etwas, was von ihm erwartet wird, kann er auch schon in zwei Worten auf Deutsch sagen: "Tiefe Läufe", so erklärt er lachend im Trainingslager in Zell am Ziller, um dann auf Englisch weiter zu erklären, dass er diese Läufe sehr viel üben müsse derzeit. Er ist keiner dieser klassischen Mittelstürmer. Nicht groß, nicht bullig. Seine Waffen sind die Finesse und die Geschwindigkeit.

Variantenreich zum Erfolg

Für den anderen Bereich haben sie bei Werder Niclas Füllkrug geholt. Er ist in dieser Saison als neuer Stürmer dazugekommen. Die Möglichkeiten für Trainer Florian Kohfeldt werden mit ihm vielseitiger. Für Rashica ist es aber kein Problem, dass das Spiel möglicherweise auf einen großen, körperlich starken Mittelstürmer zugeschnitten wird. Man übe eben verschiedene Varianten ein, so Rashica. Welche dann gegen den jeweiligen Gegner die richtige sein werde, werde man sehen.

Milot Rashica sprintet lachend über den Rasen im Weser-Stadion
Geht es nach ihm, wird er noch öfter nach Toren lachend im Werder-Trikot über den Stadionrasen flitzen. Bild: Imago | Norbert Schmidt

Er jedenfalls werde alles dafür geben, um möglichst viele Tore zu schießen und auch den Kollegen viele Assists zu liefern. Schafft er das und kann er an die Leistungen anknüpfen, die er in der Rückrunde der vergangenen Saison auf den Platz brachte, dann könnte Rashica in der kommenden Saison zum Star werden. Zu einem ganz großen.

Auf Platz drei der wertvollsten Spieler

Laut der Datenbank "transfermarkt.de" ist Milot Rashica schon einer der ganz großen bei Werder – jedenfalls was seinen Marktwert angeht. Mit 20 Millionen Euro liegt er knapp hinter dem Niederländer Davy Klaassen (22 Millionen) und weit hinter Maximilian Eggestein (30 Millionen) auf Platz drei des Werder-Kaders.

Bei der jüngsten Aktualisierung der Werte auf der Seite war Rashica aber derjenige Spieler mit dem größten Zuwachs: mit dem Sprung von sieben auf 20 Millionen verdreifachte sich sein Wert nahezu. Insbesondere die Rückrunde der vergangenen Saison hat dazu beigetragen, dass Rashica stark an Reputation dazu gewonnen hat.

Und sein Spitzname – in Anspielung auf seine Schnelligkeit "Rakete-Rashica" – ist mittlerweile ein gängiger Begriff an der Weser. Auch wenn sie innerhalb des Teams lieber die englische Variante "Rocket" nutzen. Florian Kohfeldt hören Zuschauer beim Trainingslager häufig Rocket rufen. Aber jeder nenne ihn mittlerweile so, sagt Rashica. Das sei auch okay.

Am Anfang war es ein bisschen seltsam. Aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Sie können mich gern so nennen.

Milot Rashica über den Namen Rocket

Starke Entwicklung in einem halben Jahr

Rasend schnell ist die Rakete besonders auf den ersten Metern. Und im Abschluss ist er mittlerweile auch zuverlässig. Ganz anders als zum Ende der Hinrunde, in der er nur magere zwei Treffer und einen Assist abliefern konnte. Da war sogar vom Chancentod zu lesen, weil Rashica gegen Hoffenheim und Leipzig größte Möglichkeiten vergab und Werder so einige Punkte liegen ließ. Aber Trainer Florian Kohfeldt vertraute seinem Stürmer weiterhin, nahm ihn in Schutz und half ihm, indem er ihn Abschlüsse üben ließ. Mit Erfolg.

In der Rückrunde 2018/2019 hat die Rakete sieben Tore erzielt und vier aufgelegt. Zweimal traf er doppelt in einem Spiel. Sehr gute Werte für einen Stürmer. In der Scorerstatistik der Mannschaft lag Rashica am Saisonende hinter Max Kruse auf Rang zwei. Aber da geht noch mehr, meint Rashica selbst. Seine Eingewöhnungsphase bei Werder ist nach eineinhalb Saisons vorüber.

Man kennt die Taktik besser, wenn man ein paar Spiele gemacht hat. Und auch konditionell fühlt man sich dann besser auf dem Platz.

Milot Rashica

Am Anfang hat es etwas gedauert, bis er verstanden hat, worum es geht bei Werder. Kohfeldt hatte klare Vorstellungen davon, wie ein Offensivspieler in seinem Team auch nach hinten arbeiten muss. Wie Rashica da auftrat, gefiel dem Trainer anfangs nicht. Rashica war deswegen in der Hinrunde oft nicht im Kader. Aber er hat daraus gelernt.

Berater bringt Vertragsverlängerung ins Gespräch

Seine rasante Entwicklung der vergangenen Monate weckt – so sind die Mechanismen des Fußball-Geschäfts – Begehrlichkeiten bei anderen Klubs. Doch die Werder-Verantwortlichen haben einen Transfer des 23-Jährigen ausgeschlossen. Und Gerüchten zufolge hat Rashica auch schon ein Millionen schweres Angebot aus Lissabon abgelehnt.

Weil der Spieler sich in Bremen wohlfühlt und Werder ihn nicht abgeben möchte, ist ein Transfer in dieser Periode so gut wie ausgeschlossen. Laut Weser-Kurier schwebt Rashicas Berater, Altin Lala, eher eine vorzeitige Vertragsverlängerung vor. So wie Werder es auch schon mit Torwart Jiri Pavlenka und Abwehrmann Ludwig Augustinsson gemacht hat.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. Juli 2019, 18:06 Uhr