DFB-Pokal: Darum will Atlas Delmenhorst ins Weser-Stadion umziehen

Atlas hat im DFB-Pokal Werder zu Gast – doch das eigene Stadion fasst nur 6000 Zuschauer. Die Idee: ein Umzug nach Bremen. Doch der DFB könnte etwas dagegen haben.

"Das wäre schon echt geil, wenn wir im Weser-Stadion spielen könnten", sagte Bastian Furken, der 2. Vorsitzende von Atlas Delmenhorst direkt nach der Auslosung. Der Oberligist kann sich nichts schöneres vorstellen, als sein Heimspiel im DFB-Pokal beim Nachbarn Werder Bremen auszutragen. "30.000 Zuschauer oder mehr würden wir in Zukunft nicht so schnell wieder hinbekommen", so Furken.

Heimrecht darf nicht getauscht werden

Auch Werder Bremen dürfte gegen die Pläne von Atlas Delmenhorst nichts einzuwenden haben. Ein Heimspiel in der ersten Pokalrunde ist sonst für die Bremer aufgrund des Pokalmodus nicht möglich. Doch würde der Deutsche Fußballbund so etwas zulassen? Die Durchführungsbestimmungen zum DFB-Vereinspokal sprechen eigentlich eine deutliche Sprache.

In §49 Nr. 2 der Spielordnung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Heimrecht in keinem Fall getauscht werden kann.

Auf das Heimrecht kann bei Pokalspielen nicht verzichtet werden

§49, Nr.2. , DFB-Spielordnung

Ist damit die Sache schon erledigt? Oder gibt es eine Hintertür? Kai Wilkens, der 1. Vorsitzende des BSC Hastedt, der sich mit seinem Team im vergangenen Jahr für die 1. Runde des DFB-Pokals qualifiziert hat, führte ähnliche Gespräche mit dem DFB. "Man kann einen Antrag auf eine Sondergenehmigung stellen. Dann wird im Einzelfall entschieden. In diesem Fall könnte man auf die Besonderheit des Lokalderbys hinweisen", so Wilkens.

Die Nachfrage nach Pokaltickets für dieses Spiel dürfte deutlich höher liegen als das Fassungsvermögen des Stadions (6.000 Zuschauer) am Hasporter Damm in Delmenhorst. Ein Umzug würde also durchaus Sinn machen.

Jena wollte beim Hamburger SV spielen

Auch der Oberligist Schott Jena hat 2013 versucht sein Heimrecht zu tauschen. Das Stadion in Jena war wegen einsturzgefährdeter Flutlichtmasten gesperrt worden und deshalb wollte der Verein beim Gegner Hamburger SV spielen. Das lehnte der DFB ab. Ein Sprecher verwies darauf, dass es "zwischen Jena und Hamburg" noch andere Spielorte geben würde.

Ein Pflichtspiel gegen Werder zu haben als Delmenhorster – man ist Luftlinie zehn Kilometer auseinander – ist das Schönste was passieren kann.

Bastian Furken, 2. Vorsitzender Atlas Delmenhorst

Zumindest mit diesem Argument könnte man einen Umzug in das Weser-Stadion nicht verhindern, denn zwischen Delmenhorst und Bremen gibt es aufgrund der Nähe kein geeignetes Stadion, das zwischen den Vereinen liegt. Zudem fügt Manfred Engelbart, der 1. Vorsitzende des Vereins hinzu: "Wir tauschen nicht das Heimrecht, sondern wir machen von unserem Ausweich-Quartier Gebrauch und das ist für uns das Weser-Stadion."

Ein weiteres Ausweich-Quartier wäre aber auch das Marschweg-Stadion in Oldenburg. Es befindet sich zwar nicht zwischen den beiden Klubs, aber die Entfernung (36 Kilometer von Delmenhorst) ist nicht so groß, dass ein Umzug völlig abwegig wäre. Zudem fasst das Stadion dort mehr als 15.000 Zuschauer. "Das Stadion in Oldenburg wird gerade saniert und fällt damit aus", sagt Engelbart aber.

Vieles spricht also für das Weser-Stadion, sollten sich alle Beteiligten einig sein: Werder Bremen, die Bremer Weser-Stadion GmbH (BWS) als Eigentümer des Stadions und der DFB müssen am Ende zustimmen. "Jetzt müssen wir viele Gespräche führen", ist sich Engelbart sicher.

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Buten un binnen, 16. Juni 2019, 19:30 Uhr