So langsam werden Pizarros "Wehwehchen" lästig

Werders Publikumsliebling Claudio Pizarro hatte sich seine Abschiedssaison wohl etwas anders vorgestellt. Seit Wochen wird der 41-Jährige von seinem Körper ausgebremst.

Claudio Pizarro stützt erschöpft beim Training die Hände in die Hüften.
Am 3. Oktober wurde Claudio Pizarro 41 Jahre alt – momentan meldet sich sein Körper mit Wehwehchen. Bild: Imago | Nordphoto

Er will doch einfach nur spielen. Einmal noch, eine finale Saison in der Bundesliga mit Werder Bremen kicken. Ein letztes Hurra für den Mann, der im Fußball eigentlich alles erreicht hat. Es gibt wohl niemanden, der Claudio Pizarro diesen Abschied von der Profibühne nicht gönnen würde. Doch im Moment sieht es danach aus, als hätte sein eigener Körper etwas dagegen. Dass der 41 Jahre alte Peruaner seit Wochen immer wieder angeschlagen ist, sieht sein Coach Florian Kohfeldt mit Sorge.

Claudio hat sich in den letzten Wochen so ein bisschen durchgeschleppt. Es war ein Wehwehchen nach dem anderen. Es ist an sich nichts Schlimmes. Aber es ist Gift für Claudio. Denn er braucht das regelmäßige Training.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der "Deichstube"

Bis Mittwoch kein Mannschaftstraining

Claudio Pizarro mit vollem Einsatz im Training am Ball.
Immer voller Einsatz im Training: Claudio Pizarro. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Erst schwächte ihn ein grippaler Infekt, dann zwickte Pizarro der Rücken, nun macht das Knie Probleme. Seit Ende der Woche arbeitet Werders Publikumsliebling daher laut Kohfeldt individuell und das beinhaltet wohl auch Tabata, eine besondere und sehr anspruchsvolle Art des Intervalltrainings. "Das tut ganz schön weh und der Schweiß läuft in Strömen", meinte der Bremer Coach.

Doch Pizarro nimmt jede Qual in Kauf, um wieder fit zu werden. Das Testspiel am vergangenen Freitag gegen den FC St. Pauli ließ Pizarro aus, vermutlich wird es mit einem Platz im Kader für das Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC Berlin auch eng.

Jetzt lassen wir ihn bis Mittwoch konsequent draußen, um einfach Ruhe reinzubekommen. Wir hoffen, dass er dann wieder kontinuierlich trainieren kann. Für Claudio ist dieser Rhythmus extrem wichtig.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der "Deichstube"

Bisher nur 64 Einsatzminuten

Dabei hatte alles so vielversprechend angefangen. In der ersten Pokalrunde gegen Atlas Delmenhorst im August spielte Pizarro fast eine halbe Stunde lang und verzückte die Zuschauer auch noch mit zwei Toren. Doch nun hat er es an sieben Spieltagen nur auf insgesamt 64 Einsatzminuten gebracht, die knappe halbe Stunde bei der 0:3-Niederlage gegen Leipzig war der längste Auftritt. Doch die mitunter spielentscheidenden Szenen, ein kesses Schlitzohrtor in letzter Minute – diese mitreißenden Momente, für die Pizarro in der vergangenen Saison so gefeiert wurde, blieben bisher aus.

"Ich werde immer von den jungen Spielern gefragt: 'Warum machst du das noch?'", erzählt Pizarro immer wieder: "Und ich sage dann: 'Ich habe immer noch Lust.'" Aber ständig vom eigenen Körper ausgebremst zu werden, macht auch Werders Frohnatur auf Dauer keinen Spaß. Dennoch lässt sich der Oldie nicht unterkriegen, er kämpft um seinen bestmöglichen Abschied. Bei Instagram postete Pizarro ein gut gelauntes Bild, offenbar verbringt er das freie Wochenende in London. Zuletzt hatte der entspannte Besuch beim Oktoberfest das Rückenzwicken vertrieben. Erlaubt ist, was hilft.

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Pizarro: "Am Ende der Saison ist Schluss"

Pizarro guckt verschmitzt bei einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. Oktober 2019, 23:30 Uhr