Werders tiefster Tiefpunkt: Gelingt die Revanche gegen Paderborn?

Bei der 1:4-Pleite im Hinspiel gegen die Paderborner kippte im Weser-Stadion die Stimmung. Damit es am Samstag (13:30 Uhr) besser läuft, muss die Defensive einen guten Job machen.

Es ist ein Interview, das in die Fußballgeschichte eingegangen ist. Als die deutsche Nationalmannschaft am 6. September 2003 in Island nur ein maues 0:0 holte, verlor Teamchef Rudi Völler im Interview mit Waldemar Hartmann die Contenance. "Diesen Scheiß", so Völler, "vom Tiefpunkt und niedrigerem Tiefpunkt" könne er nicht mehr hören, tobte der Teamchef.

Felix Platte trifft zum 1:0 für Paderborn im Hinspiel gegen Werder. Das Tor ist aus der Hintertor-Perspektive zu sehen. Michael Zetterer liegt auf dem Boden und der Ball fliegt ins Netz.
Beim 1:4 im Hinspiel gegen Paderborn ging Werder unter. Hier erzielte Felix Platte den ersten Treffer für die Paderborner. Bild: Imago | Nordphoto

Das Gefühl, von Tiefpunkt zu Tiefpunkt zu wandern, entstand im Jahr 2021 auch bei Werder. Eigentlich schien dieser schon der Abstieg am 22. Mai zu sein. Gefühlt war der 15. August aber ein noch tieferer Tiefpunkt. Es war der Tag, an dem die Bremer im Weser-Stadion mit 1:4 gegen den SC Paderborn verloren und viele Werder-Fans, die beim Abstieg aufgrund der Geisterspiele nicht ins Stadion kommen durften, in der Realität landeten. Zuvor hatten sie die Hoffnung, dass das Bremer Team in der 2. Liga nun endlich wieder viele Spiele gewinnt und die Stimmung sich zum Positiven wendet. Stattdessen schien der Absturz einfach weiterzugehen. Nur eben eine Liga weiter unten.

"Baumann raus"-Rufe im Weser-Stadion

Bei den Werder-Fans im Weser-Stadion mischte sich an diesem Tag Galgenhumor mit Wut. Zum einen stimmten sie "Oh, wie ist das schön"-Gesänge an. Zum anderen schallten "Baumann-Raus"-Rufe von den Rängen auf den Platz.

Mittlerweile hat sich die Stimmung in Bremen gedreht. Nach vier Siegen in Folge unter dem neuen Coach Ole Werner herrscht an der Weser wieder die Hoffnung auf bessere Zeiten. Und falls Sportchef Frank Baumann demnächst seinen auslaufenden Vertrag verlängern sollte, dürfte dies nach jetzigem Stand vielleicht zu etwas Gemecker, aber nicht zu Fan-Protesten führen. Zumindest, wenn Werders Aufwärtstrend anhält.

Werner sieht keine Parallelen zum Hinspiel

Ein Sieg gegen die Paderborner wäre dabei nicht nur für die gute Stimmung wichtig, denn die Bremer sind jetzt wieder mittendrin im Rennen um den Aufstieg. Die Klatsche aus dem Hinspiel soll dabei für Werner keine Rolle mehr spielen.

In einem halben Jahr passieren wahnsinnig viele Dinge. Es werden sicherlich nicht die gleichen Mannschaften auf dem Platz stehen und es werden nicht komplett die gleichen Trainer auf der Bank sitzen. Auch die tabellarische Situation ist unterschiedlich. Da werden wahrscheinlich 100 Dinge sein, die unterschiedlich sind. Entscheidend für uns ist, dass das Ergebnis ein anderes ist.

Werder-Trainer Ole Werner grinst während einer Pressekonferenz.
Werder-Coach Ole Werner auf der Pressekonferenz am Donnerstag

Kann Werder Paderborns Sturm stoppen?

Sven Michel und Felix Platte umarmen sich nach einem Tor.
Bei diesen beiden stimmt es: Sven Michel (links) und Felix Platte bilden in Paderborn ein erfolgreiches Duo im Sturm. Bild: Imago | Jan Huebner

Die Bremer werden dabei hoffen, dass ihr Sturm-Duo Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug auch gegen die Paderborner wieder für Torgefahr sorgt. Diese haben mit Felix Platte und Sven Michel allerdings ebenfalls zwei treffsichere Stürmer auf dem Platz. Erst am letzten Wochenende schossen die beiden beim 2:1-Sieg der Ostwestfalen in Nürnberg jeweils ein Tor. Auch im Hinspiel im Weser-Stadion waren sie erfolgreich. Platte traf zweimal, Michel einmal.

Mit 14 Treffern liegt Michel gemeinsam mit St. Paulis Guido Burgstaller an der Spitze der Torjägerliste. Platte hat immerhin bereits sieben Tore erzielt. Zusammen kommen sie also auf 21 Treffer und stehen damit vor Ducksch (zehn Tore, neun davon für Werder) und Füllkrug (sieben Treffer). Auf die Bremer Defensive, die in den vier Spielen unter Werner bisher drei Tore kassiert hat, wartet also eine echte Herausforderung.

Diese 3 unerwarteten Ähnlichkeiten haben Werder und Paderborn

Bild: Imago | Schreyer

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 20. Januar 2022, 18:06 Uhr