Trotz Corona-Krise: Werder werkelt weiter an seiner Talente-Schmiede

Die Bremer halten an ihren umstrittenen Plänen zum Bau des Nachwuchsleistungszentrums fest. Im Herbst soll es ein nächstes großes Treffen mit Beirat und Anwohnern geben.

Eine Grafik des Neubaus von Werder Bremen.
Neben dem Nachwuchsleistungszentrum ist auch ein neues Stadion in der Pauliner Marsch geplant. Bild: Radio Bremen

Als Werder vor zwei Jahren seine Pläne für ein neues Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) in der Pauliner Marsch vorstellte, stieß der Verein nicht überall auf Gegenliebe. Im Gegenteil: Vor allem einige Anwohner stehen dem Bauvorhaben äußerst skeptisch gegenüber. Werder aber betont, dass der sogenannte Sport-Campus notwendig sei, damit die Grün-Weißen im Hinblick auf die Nachwuchsarbeit der anderen Bundesligisten konkurrenzfähig bleiben. Ursprünglich wollte Werder seine neuen, überarbeiteten Pläne Mitte des Jahres vorstellen – doch dann kam die Corona-Krise. Trotz der finanziellen Folgen, die die Pandemie nach sich zieht, hält Werder an seinem Projekt fest.

Die Pläne sind nicht auf Eis gelegt. Wir haben die klare Beschlusslage, dass wir das Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter betreiben wollen.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald im "Sportblitz"

Vor einigen Monaten stellte der Verein zusammen mit dem Beirat der Östlichen Vorstadt einen Moderator ein, der als eine Art Vermittler mit Anwohnern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung in Gespräche treten sollte. Ein erstes größeres Treffen hab es bereits gegeben, doch aufgrund der Umstände durch die Corona-Pandemie musste der Moderator die Interviews teilweise per Telefon führen. Aus diesem Grund dauerte der Austausch länger als ursprünglich geplant. "Insofern sind wir ein bisschen hinter dem Zeitplan zurück", sagte Hess-Grunewald. Wichtig sei, dass man im Austausch bleibe und versuche, die Dinge trotz der schwierigen Bedingungen voranzubringen. "Nach der Sommerpause werden wir den Prozess weiter angehen", so der Werder-Präsident.

Nächste Gespräche im Herbst

Hubertus Hess-Grunewald lächelt bei einer Rede der Werder-Mitgliederversammlung.
Setzt weiter auf den Austausch mit Beirat und Anwohnern: Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Zukünftig gehe es darum, die Bedenken des Beirats und der Anwohner noch einmal aufzunehmen. Zugleich will Werder erneut erklären, warum es nach Ansicht des Vereins wichtig ist, dass das Projekt in der Pauliner Marsch und nicht in einem anderen Stadtteil oder gar im Umland verwirklicht wird. Hess-Grunewald vermutet, dass das nächste größere Treffen im Herbst erfolgt. Ein möglicher Baubeginn wird zeitnah aber wohl kaum infrage kommen: Wann der Klub aufgrund der Folgen der Corona-Krise in finanzieller Hinsicht in der Lage sein wird, das Projekt in die Realität umzusetzen, ist noch unklar.

Wir haben im Moment eine schwierige Situation mit wirtschaftlich großen Herausforderungen. Da noch mal große finanzielle Lasten für den Bau eines Sport-Campus draufzusatteln, wäre nicht seriös. Deswegen müssen wir uns die Zeit nehmen, die wir brauchen.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald im "Sportblitz"

Auf die Frage, wie realistisch es überhaupt sei, dass es das Nachwuchs-Leistungszentrum geben wird, antwortete Hess-Grunewald lächelnd: "Das ist sehr realistisch, nur es wird noch ein bisschen dauern."

So steht es um Werders Pläne zum Nachwuchsleistungszentrum

Video vom 15. Juli 2020
Ein Bild des Nachwuschsleistungszentrum von Werder Bremen.
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Ariane Wirth
  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Juli 2020, 18:06 Uhr