Wird Benjamin Henrichs Werders Königstransfer?

In das Anforderungsprofil von Florian Kohfeldt passt der Verteidiger vom AS Monaco perfekt. Der FC Bayern mischt wohl auch mit, aber die Bremer haben gute Argumente.

Benjamin Henrichs im Trikot des AS Monaco
Benjamin Henrichs wechselte erst im vergangenen Jahr von Bayer 04 Leverkusen zum AS Monaco. Jetzt möchte Werder den Außenverteidiger anscheinend von den Monegassen ausleihen. Bild: Imago | PanoramiC

Wo bei Werder der Schuh drückt, hat Kohfeldt klar kommuniziert. "Wir suchen jemanden, der in der Abwehr weitestgehend auf beiden Seiten spielen kann", sagte der Bremer Cheftrainer am Ende des Trainingslagers im Zillertal. Einer, der das kann, ist Benjamin Henrichs. Und laut Informationen der "Deichstube" steht er bei Werder auf dem Zettel.

Eine feste Verpflichtung ist dabei wohl ausgeschlossen. Henrichs wechselte erst im vergangenen Sommer für rund 20 Millionen Euro von Bayer 04 Leverkusen zum AS Monaco. Die Saison mit den Monegassen verlief allerdings enttäuschend. Der Klub aus dem Fürstentum geriet in den Abstiegskampf und Henrichs verlor zwischenzeitlich seinen Stammplatz.

Monaco fordert 35 Millionen für Henrichs

Für einen Preisverfall hat dies nach Auffassung der Verantwortlichen des Klubs aus dem Fürstentum allerdings nicht gesorgt. So sollen sie vom ebenfalls interessierten FC Bayern knapp 35 Millionen Euro für einen Transfer gefordert haben. Eine Summe, bei der der Rekordmeister zunächst einmal abgewunken haben soll. Und natürlich kann Werder nicht ansatzweise so viel Geld bezahlen. Schließlich machte Sportchef Frank Baumann erst in der vergangenen Woche klar, dass ein Transfer von Michael Gregoritsch für 15 Millionen Euro für Werder nicht zu wuppen ist.

Denkbar wäre daher nur eine Leihe an die Weser. Für die Bremer hätte dies den Vorteil, dass mit Henrichs für verhältnismäßig kleines Geld ein Spieler mit großer Qualität kommen würde. Die Monegassen wiederum dürften hoffen, dass der gebürtige Bocholter durch starke Leistungen an der Weser zahlungskräftige Interessenten anlockt. Dann würde unter dem Strich wirklich ein sattes Transferplus locken.

Bei den Bayern wäre er nur Ersatz

Roger Schmidt spricht mit Benjamin Henrichs
Roger Schmidt war in Leverkusen der große Förderer von Benjamin Henrichs. Unter Schmidts Nachfolger Heiko Herrlich saß der Außenverteidiger häufig auf der Ersatzbank. Bild: Imago | Jan Huebner

Eine Leihe nach Bremen könnte allerdings auch für Henrichs lukrativ sein. Die sportliche Perspektive könnte in diesem Fall für Werder den Ausschlag geben. In München wäre der 22-Jährige schließlich nur der Ersatz für Joshua Kimmich auf der rechten und David Alaba auf der linken Abwehrseite. Der dreimalige deutsche Nationalspieler käme damit vom Regen in die Traufe. Schließlich verließ er bereits Leverkusen, nachdem deren damaliger Trainer Heiko Herrlich ihn allzu häufig auf die Ersatzbank setzte. Nach der Enttäuschung in Monaco braucht Henrichs Spielpraxis. Der nächste Schritt muss für ihn passen.

Bei Werder lockt diese Spielpraxis. Henrichs besäße die Klasse, Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie zu verdrängen. Auch im zentralen Mittelfeld könnte er aushelfen. Dort bildeten seine Jugendtrainer bei Bayer 04 ihn aus. Erst Roger Schmidt, sein großer Förderer in Leverkusen, beorderte ihn auf die defensive Außenbahn. Auch dank seiner Vielseitigkeit könnte sich Henrichs in Bremen also in die Riege der Spieler einreihen, die ihrer Karriere an der Weser wieder neuen Schwung verliehen haben.

Mehr zum Thema:

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 16. Juli 2019, 23:30 Uhr