Werder kassiert die nächste eiskalte Dusche

Nach der Klatsche gegen Leverkusen mussten die Bremer am Sonntagabend gegen Mainz 05 den nächsten Rückschlag einstecken. Werder verlor verdient mit 1:2.

Enttäuschte Werder-Spieler stehen mit hängenden Köpfen zusammen nach der Niederlage in Mainz.
Bitterer Abend für Werder: Erstmals seit viereinhalb Jahren verlor Bremen wieder eine Partie Mainz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werder Bremen wollte nach dem guten Auftritt im DFB-Pokal unter der Woche gegen Weiche Flensburg den Aufwärtstrend bestätigen und die 2:6-Klatsche gegen Bayer Leverkusen vergessen machen – erlitt dabei jedoch am Sonntagabend im Mainzer Stadion eine krachende Bruchlandung. Nach erfolgreichen Wochen, Rang vier in der Tabelle und den Träumen von Europa, setzte es mit der 1:2-Niederlage gegen den Tabellendreizehnten eine eiskalte Dusche für das Team von Florian Kohfeldt. Durch die Niederlage bei den zuletzt kriselnden Mainzern hat Werder die Rückkehr in die Spitzengruppe verpasst.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw trafen die Franzosen Jean-Philippe Mateta (25. Minute) und Jean-Philippe Gbamin (51.) für die Mainzer, die zum ersten Mal seit viereinhalb Jahren wieder zu Hause gegen Werder gewinnen konnten. Daran konnte auch der Treffer von Bremens Oldie Claudio Pizarro (78.) nichts mehr ändern. Nach zuvor sieben Pflichtspielen ohne Sieg reichten den Rheinhessen einfache Mittel wie Laufstärke und Einsatzwille zum Dreier.

Werder verschlief die erste Halbzeit

Durch den Sieg kletterte der FSV auf den zwölften Platz. Die Bremer (17 Punkte) sind nun Sechster. Die 25.105 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen in der Anfangsphase eine völlig zerfahrene Partie. Die ständigen Ballverluste auf beiden Seiten ließen kaum einen Spielfluss aufkommen. Die Mainzer wie auch die Bremer gewannen zumeist die Zweikämpfe in der Defensive, nach vorne ging so gut wie nichts. Nach einer Viertelstunde erhöhten die Gastgeber die Schlagzahl. Der Kameruner Pierre Kunde Malong hatte die erste Chance der Begegnung (16.). Die Bremer hatten auch nach 20 Minuten noch keine gefährliche Szene vorzuweisen – trotz des enormen Potenzials in der Offensive.

Die Vorstellung der Mannschaft von Trainer Kohfeldt war bis zu diesem Zeitpunkt enttäuschend. So war es nicht verwunderlich, dass die Mainzer die Schwäche der Norddeutschen zur Führung nutzten. Der Franzose Mateta, der im Sommer für die FSV-Rekordablöse von acht Millionen Euro an den Rhein kam, erzielte sein zweites Saisontor – unter gütiger Hilfe von Abwehrchef Niklas Moisander, dessen Rückkehr von den Bremer so herbeigesehnt worden war. Sieben Minuten später hätten die Mainzer ihre Führung eigentlich ausbauen müssen. Nach einem Fehler von Werder-Torwart Jiri Pavlenka konnten weder Kapitän Stefan Bell noch Danny Latza vollstrecken.

Joker Pizarro trifft zum Anschlusstreffer

Der miserable Auftritt seiner Schützlinge ließ Kohfeldt an der Seitenlinie wüten, aufwecken konnte er seine Elf dennoch nicht. Das gelang dem Trainer erst in der Kabine. Zu Beginn des zweiten Durchgangs präsentierten sich die Gäste wesentlich aktiver. Die Versäumnisse der ersten Hälfte holten die Bremer dennoch ein, Gbamin traf aus der Distanz – dieses Mal ging der Ball durch die Beine von Rückkehrer Philipp Bargfrede, der ebenfalls blass blieb.

Kohfeldt versuchte, nach dem 0:2-Rückstand mit der Doppel-Einwechslung von Claudio Pizarro und Johannes Eggestein, in der Offensive frische Impulse zu setzen – zumindest in der 78. Minute ging der Plan auf: Eggestein brachte den Pass von rechts vors Tor, Pizarro stand goldrichtig und schob den Ball zum 1:2-Anschluss ein. Werder drückte in der Schlussphase und spielte erst in der letzten Viertelstunde jenen Fußball, den sich Kohfeldt von Beginn an von seiner Mannschaft erwartet hatte. Am Ende war das kurze Aufbäumen zu wenig, um die Partie noch zu drehen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesliga, 4. November 2018, 18 Uhr