Werder gewinnt – doch auch Pizarros Tor reicht nicht für Europa

Die Bremer können sich nichts vorwerfen, sie bezwangen im Saisonfinale Leipzig mit 2:1. Doch die Konkurrenz patzte nicht – und so verpasst Werder Europa knapp.

Werder-Spieler Claudio Pizarro jubelt mit Maximilian Eggestein über sein Tor zum 2:1 gegen Leipzig
Erst gab Pizarro seine Verlängerung bis 2020 bekannt, nach seiner Einwechslung erzielte er den 2:1-Siegtreffer. Bild: Imago | Nordphoto

Vor dem letzten Spiel der Saison wurde erst Kapitän Max Kruse verabschiedet, dann gab Werder die Verlängerung mit Claudio Pizarro bekannt – das größte Wechselbad der Gefühle hatten die Fans im Weser-Stadion schon vor dem Anpfiff. Denn schnell war durch die Zwischenergebnisse von den Konkurrenten Wolfsburg und Hoffenheim klar, dass die Bremer das Ticket nach Europa nicht mehr lösen konnten. 

Trotz eines 2:1-Erfolgs gegen RB Leipzig beenden die Bremer die Saison auf Platz acht, da Konkurrent Wolfsburg zum Abschluss nicht patzte. Milot Rashica (35./Foulelfmeter) und Club-Ikone Claudio Pizarro (88.) trafen für die Bremer. Nordi Mukiele (87.) sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Die Sachsen standen bereits vor dem Spiel als Tabellendritter fest und schonten im Hinblick auf das DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag gegen den FC Bayern München fast ihre komplette Stammformation. Für RB war es erst die zweite Niederlage in der Rückrunde.

Kruse fehlte auf dem Feld

Die Werder Spieler Milot Rashica und Maximilian Eggestein jubeln zusammen.
Milot Rashica (l.) jubelt am letzten Spieltag gemeinsam mit Maximilian Eggestein über sein Tor. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Pizarro vor dem Anpfiff per Videobotschaft seine Vertragsverlängerung bis 2020 bekannt gab, brandete Jubel auf im mit 42.100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion. Auch Kapitän Max Kruse bekam warmen Applaus bei seinem Abschied. Der verletzte Torjäger hatte einen Tag vor dem letzten Saisonspiel mitgeteilt, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Auf dem Spielfeld fehlte der Mannschaft in der Anfangsphase die Anspielstation Kruse. Die Gastgeber überließen Leipzig die Spielkontrolle, die ohne Timo Werner, Yussuf Poulsen oder Emil Forsberg in der Offensive allerdings lange Zeit nicht zielstrebig genug waren. Chancen gab es in der Partie erst nach über einer halben Stunde. Eine Flanke von Ludwig Augustinsson wollte Yuya Osako im Strafraum auf das Leipziger Tor schießen, doch RB-Verteidiger Dayot Upamecano erwischte den Japaner am Fuß. Schiedsrichter Felix Brych sah sich die Szene nochmals an und entschied auf Elfmeter. Bremens sicherster Schütze Kruse fehlte, Rashica verwandelte allerdings souverän (35.).

Pizarro mit dem Siegtreffer

Die Gastgeber wollten die Euphorie im Stadion nicht dämpfen und vermieden die Einblendung der Ergebnisse der Konkurrenz aus Wolfsburg und Hoffenheim. Der Jubel wäre noch größer gewesen, wenn Osako bei seinem Kopfball in der 39. Minute etwas genauer gezielt hätte. Auf der Gegenseite dagegen zweimal Glück für Werder: Erst traf Bruma nur den Innenpfosten, den Nachschuss von Matheus Cunha konnte Torhüter Jiri Pavlenka glänzend parieren (45.+1).

Die zweite Hälfte begann ähnlich furios. Erst sorgte Rashica mit einem Versuch aus 18 Metern für Gefahr. Dann bekam auch Leipzig einen Elfmeter. Marco Friedl bekam den Ball im Zweikampf mit Bruna an die Hand. Den Strafstoß schoss der Portugiese allerdings deutlich über das Tor (54.).

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Im Stadion kam wieder Jubel auf, als Pizarro eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt wurde. "Wir werden noch ein Jahr weitermachen". hatte der 40 Jahre alte Peruaner vor dem Spiel angekündigt.  Leipzig peilte in der Schlussphase mit den Einwechslungen von Forsberg und Poulsen noch einmal auf den Ausgleich an. Der gelang auch Mukiele in der 87. Minute. Doch fast im Gegenzug sorgte die Bremer Ikone Pizarro für den umjubelten Siegtreffer.

Die Bremer verpassen dennoch in der Abschlusstabelle mit 53 Punkten lediglich um einen Punkt den siebten Platz, der die Qualifikation für die Europa League bedeutet hätte. 

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 18. Mai 2019, 18:30 Uhr