Nagelsmann sauer – Klaassens Ellbogencheck blieb ungestraft

Werder Bremen hatte großes Glück im Spiel gegen RB Leipzig. Denn eigentlich hätte Davy Klaassen nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sehen müssen.

Davy Klaassen im Zweikampf mit einem Leipziger Spieler.
Davy Klaassen immer mit vollem Einsatz in de Zweikämpfen. Gegen Mukiele schoss der Niederländer jedoch übers Ziel hinaus. Bild: Imago | Nordphoto

In der 23. Spielminute wurde es auf einmal hitzig. Der Leipziger Konrad Laimer war mit offener Sohle in Leonard Bittencourt hineingerauscht und hatte den Bremer dabei am Knie erwischt. Absicht mochte man Laimer nicht unterstellen, aber die Werder-Bank, vor der das Foul direkt passierte, war aufgebracht und forderte vehement von Schiedsrichter Tobias Stieler die Rote Karte. Dieser beließ es aber bei einer Ermahnung des Leipzigers.

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Doch die Szene war nach dem Foul an Bittencourt noch weitergegangen - und dabei hatte Werders Davy Klaassen alles andere als gut ausgesehen. Der Niederländer hatte im Zweikampf mit Nordi Mukiele an der Seitenlinie zum Ellbogencheck ausgeholt, der Leipziger Verteidiger stürzte nach dem Treffer im Gesicht zu Boden. Es war eine klare Tätlichkeit von Klaassen, die Schiedsrichter Stieler allerdings nicht so interpretierte. Auch der Bremer wurde nur ermahnt, zum Unverständnis von RB-Coach Julian Nagelsmann.

Die ganze Bremer Bank steht da und fordert die Rote Karte für unseren Mann – und hinterher ist es der Bremer Spieler, der die Rote Karte verdient hätte.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann über Klaassens Ellbogencheck im ZDF

Klaassen oft giftig auf dem Spielfeld

Werder-Coach Florian Kohfeldt wollte sich nach dem Spiel zu der Szene mit Klaassen nicht äußern: "Ich habe es nicht gesehen, daher kann ich es nicht bewerten." Doch er sagte, er habe mit seinem Spieler gesprochen und auch die Reaktion der Leipziger Spieler habe ihm gezeigt, dass die Situation nicht so schlimm gewesen sein könne. Beschwerden der Leipziger hatte es jedoch gegeben. Auch bei den Fans war Klaassens Ellbogencheck nicht gut angekommen.

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Wohl auch, weil sich der Niederländer inzwischen einen gewissen Ruf auf dem Spielfeld erarbeitet hat: Er spielt giftig. Bei jeder strittigen Szene mischt der Vizekapitän sofort mit, rangelt mit und ist verbal bei Streitereien gleich dabei. Hier mal ein kleiner Schubser, dort mal ein unauffälliges Nachtreten – bei Klaassen ist immer mächtig Druck auf dem Kessel, und das nicht immer im Guten. Gegen Leipzig hatte er sehr viel Glück, dass der Schiedsrichter so überaus gnädig urteilte. Aber angesichts der angespannten Personallage bei Werder, sollte Klaassen besser nicht so oft mit dem Feuer spielen.

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Werder-Betreuer kümmern sich um den verletzten Leonardo Bittencourt.
Bittencourt am Boden: Werders Neuzugang erwischte es in der 22. Minute nach einem Foul am Knie. Bild: Imago | Jan Huebner

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 22. September 2019, 19:30 Uhr