Werder klärt letzte Details für die Staatshilfe

Dass die Corona-Krise den Verein in die Verschuldung zwingt, hatte Finanzchef Klaus Filbry Ende April bekannt gegeben. Nun wird es konkret mit dem KfW-Kredit.

Klaus Filbry stützt bei der Mitgliederversammlung nachdenklich den Kopf auf seine Hände.
Muss für Werder Bremen Staatshilfen in der Corona-Krise beantragen: Geschäftsführer Finanzen Klaus Filbry. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werder Bremen steht kurz vor der Aufnahme eines Kredits bei der staatlichen KfW-Bank. Die Hanseaten wollen damit finanzielle Engpässe durch die Coronakrise überwinden. Ein Sprecher des Vereins bestätigte gegenüber dem Magazin "Spiegel", dass hierzu abschließenden Gespräche stattfänden.

Dass sich der Verein erstmals verschulden muss und man einen KfW-Kredit beantragen wolle, hatte Werders Geschäftsführer Finanzen, Klaus Filbry, bereits vor vier Wochen eingestanden. Werder rechnete damals mit Schulden in Höhe von 20 bis schlimmstenfalls 45 Millionen Euro.

Werder steht bei Staatshilfen nicht allein da

Es geht für die auch sportlich angeschlagenen Bremer konkret um Kredite, die von der Förderbank im Rahmen des Corona-Hilfspakets für Unternehmen angeboten werden, die aufgrund der Krise in Schwierigkeiten geraten sind. Der Kredit soll nebst Zinsen innerhalb von sechs Jahren zurückgezahlt werden.

Nach Informationen des "Spiegel" ist Werder nicht der einzige Bundesligaklub, der über Staatskredite nachdenkt. Auch die Geschäftsführung von Borussia Dortmund hat demnach entsprechende Pläne erörtert und sich unter bestimmten Voraussetzungen grünes Licht geben lassen, einen Kredit in Höhe von bis zu 60 Millionen Euro bei der KfW zu beantragen.

Öffentlich hat Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Staatshilfen für die Rettung von Bundesligaklubs abgelehnt. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Vereins: Es gehöre zu einem vorausschauenden Krisenmanagement, sich mit allen Szenarien zu beschäftigen, die Sache sei jedoch "gegenwärtig ohne aktuelle Relevanz".

Werder in der Krise: Im schlimmsten Fall fehlen 45 Millionen Euro

Video vom 26. April 2020
Leere Tribünen im Weserstadion.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. April 2020, 19:30 Uhr