Werders Klaassen: "Klar, dass jetzt die Kruse-Fragen kommen…"

Für seinen Fehlschuss gegen Düsseldorf fand der Bremer Vize-Kapitän am Dienstag eine kuriose Erklärung. Von einem Fehlstart möchte er noch nichts wissen.

67 Minuten waren am Samstag im Weser-Stadion gespielt, als die Werder-Fans den Jubel-Schrei schon auf den Lippen hatten. Düsseldorfs Torwart Zackary Steffen ließ die Bremer mit seinen tollen Paraden bis dahin verzweifeln. Einmal patzte er aber doch. Einen ungefährlichen Weitschuss von Yuya Osako ließ der US-Amerikaner nach vorne abprallen. Davy Klaassen hatte diesen Braten gerochen. Schneller als alle anderen Spieler lief der Niederländer dem Ball entgegen. Komplett frei tauchte er vor Steffen auf. Drei Meter vor dem Tor konnte er sich aussuchen, wie er den Ball versenkt.

Davy Klaassen schießt drei Meter vor den Tor den Ball am Tor vorbei.
Eine hundertprozentige Chance: Gegen Düsseldorf kam Klaassen aus drei Metern zum Torabschluss, schoß den Ball aber am Kasten vorbei. Bild: Imago | Sven Simon

Ein knallharter Spannstoß, ein gewitzer Lupfer oder doch lieber ein schnörkelloser Abschluss mit dem Innenrist? Wohl jede dieser Varianten hätte dafür gesorgt, dass Werder auf 2:3 verkürzt. Doch Klaassen traf die falsche Entscheidung. Er wollte es ganz genau machen und den Ball mit dem Außenrist neben den Pfosten setzen. Das ging formidabel in die Hose. Werders Mittelfeldspieler brachte das Kunststück fertig, den Ball noch neben das Tor zu setzen.

Für Klaassen ist es noch kein Fehlstart

Laut seiner Erklärung blieb ihm allerdings keine andere Möglichkeit. "Der Ball kam genau zwischen meine Füße, sodass ich nicht mit der Innenseite schießen konnte", beschrieb Klaassen die Szene am Dienstag. "Deswegen habe ich den Außenrist genommen." Klar, die Ausführung sei "schlecht" gewesen. Und ja, auch das Ergebnis sei "schlecht" gewesen. Gegen Düsseldorf, daraus machte der Vize-Kapitän keinen Hehl, müsse es Werders Anspruch sein, zu gewinnen. Von einem Fehlstart möchte er aber nichts wissen.

Wenn wir verlieren, ist es natürlich kein Super-Start, aber das finde ich ein bisschen übertrieben. Wir haben keine Krisen-Situation. Das sehen wir ein bisschen anders.

Werders Vize-Kapitän Davy Klaassen

Klaassen sicher: "Können auch ohne Kruse gut spielen"

Keine Frage, nach der ersten Niederlage direkt von einer Krise zu sprechen, das ginge deutlich zu weit. Eine Frage, die sich nach dem Düsseldorf-Spiel aber unweigerlich stellte, war die nach Max Kruse. Vielleicht, weil sich die Frage nach einem möglichen Fehlstart mit Kruse gar nicht gestellt hätte. Der Ex-Kapitän war an der Weser oftmals das Zünglein an der Waage und durch tolle Tore oder wichtige Vorlagen der Matchwinner für Werder.

Es war klar, dass diese Fragen kommen werden, wenn wir einmal verloren haben. Das hatte ich erwartet, aber ich finde das ein bisschen einfach. Wir haben schon gezeigt, dass wir auch ohne Max gut spielen können.

Werders Vize-Kapitän Davy Klaassen

Damit liegt Klaassen durchaus richtig. Als Kruse am Ende der vergangenen Saison verletzt ausfiel, gewannen die Bremer auch ohne ihn in zwei Spitzenspielen. Am 34. Spieltag im Weser-Stadion gegen RB Leipzig und eine Woche zuvor bei der TSG Hoffenheim. Gelingt dies am Samstag (15:30 Uhr) gegen die Hoffenheimer erneut, dürften nach dem Spiel die Fragen nach Kruse gewiss ausbleiben. Und die Fragen nach einem Fehlstart – vorerst – sowieso.

Mehr zum Thema:

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 20. August 2019, 18:06 Uhr