Klaassens Berater streiten mit Werder um 250.000 Euro

Audio vom 22. September 2021
Davy Klaassen lacht vor jubelnden Fans.
Davy Klaassen hat bis zum Oktober 2020 für Werder gespielt. Bild: Imago | ANP
Bild: Imago | ANP

Die Berater von Davy Klaassen fordern vor Gericht 250.000 von den Bremern. Grund hierfür ist, dass Klaassen im vergangenen Jahr erst im Oktober nach Amsterdam gewechselt ist.

Knapp ein Jahr nach dem Verkauf von Davy Klaassen an Ajax Amsterdam liefert sich Werder vor dem Bremer Landgericht einen ungewöhnlichen Rechtsstreit mit der Beratungsagentur des niederländischen Nationalspielers. Das bestätigte der für Personal- und Rechtsfragen zuständige Werder-Direktor Tarek Brauer dem Online-Portal "Deichstube.de".

Der Hintergrund: Im Profifußball endet die Transferperiode im Sommer in der Regel am 31. August. Wechselt ein Spieler vor diesem Stichtag den Verein, erhält sein Berater von dem abgebenden Verein üblicherweise keine Provisionszahlungen für die bereits begonnene Saison mehr. Im Jahr 2020 wurde die Wechselfrist wegen des coronabedingt verspäteten Saisonbeginns allerdings ausnahmsweise bis zum 5. Oktober ausgedehnt. Erst an diesem Tag verkauften die Bremer Klaassen an den niederländischen Meister. Bis dahin hatte der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler noch drei Ligaspiele für Werder bestritten.

Werder ist empört

Klaassens Agenten fordern deshalb eine Provision in Höhe von 250 000 Euro für die gesamte Spielzeit 2020/21, weil der Transfer erst nach dem im Beratervertrag festgehaltenen Stichtag 31. August vollzogen wurde. "Ich habe so etwas in meinen zehn Jahren hier noch nicht erlebt", sagte Brauer. "Durch die Corona-Pandemie hat sich eine Ausnahmesituation und damit eine nicht vorhersehbare Veränderung der Transferperiode ergeben. Deshalb muss die Vereinbarung, dass die Provision bei einem Wechsel in der Sommer-Transferperiode wegfällt, aus unserer Sicht weiterhin wirksam sein."

Mit einem Verhandlungstermin vor dem Landgericht Bremen wird Anfang Dezember gerechnet. Ein erster Termin musste laut "deichstube.de" zufolge bereits abgesagt werden, weil der zuständige Richter ausgefallen sei.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 21. September 2021, 23:30 Uhr