Das Werder-Chaos hinterlässt Spuren – "Müssen wahnsinnig aufpassen"

Werder-Kapitän Ömer Toprak vergräbt sein Gesicht in seinem Trikot.

Das Werder-Chaos hinterlässt Spuren – "Müssen wahnsinnig aufpassen"

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nach turbulenten Tagen und der Pleite in Kiel ist die Enttäuschung groß bei den Bremern. Statt zu den Aufstiegsplätzen geht der Blick in der Tabelle eher nach unten.

Am Ende hätte es in Kiel fast wieder geklappt mit dem Last-Minute-Treffer für Werder. Nur um Haaresbreite und mit feiner Flugeinlage lenkte Kiel-Keeper Ioannis Gelios in der achten Minute der Nachspielzeit eine zu weit geratene Flanke von Werder-Stürmer Marvin Ducksch über den Querbalken. Während sich die Bremer noch in der Vorwoche gegen Schalke unmittelbar vor dem Abpfiff einen Zähler erkämpft hatten, gingen die Grün-Weißen somit beim Tabellen-16. leer aus – und das hochverdient, wie Kapitän Ömer Toprak nach Abpfiff in der ARD resümierte.

Wir müssen uns ganz klar an die eigene Nase packen. Wir haben sehr viele Torchancen gehabt, aber als Mannschaft haben wir es einfach nicht gut gemacht.

Werder-Kapitän Ömer Toprak in der ARD

Drei Werder-Trainer in drei Partien hintereinander

Ähnlich sah es Interimscoach Christian Brand: "Es ist eine extrem ärgerliche und unnötige Niederlage", sagte der 49-Jährige. "Gerade in der ersten Halbzeit hätten wir zielstrebiger sein müssen. Es gab unglaublich viele Möglichkeiten für uns", so Brand nach seinem ersten und vermutlich einzigem Spiel als Cheftrainer der Grün-Weißen.

Mit dem U19-Coach hatte nach dem zurückgetretenen Markus Anfang und dem am Corona-Virus erkrankten Danijel Zenkovic im dritten Spiel hintereinander ein neuer Trainer auf der Werder-Bank gesessen. Eine Rotation, die offenbar nicht spurlos an der Mannschaft vorüberging. "Natürlich macht das was mit den Leuten", betonte Brand. Teamkapitän Toprak wollte das Chaos der vergangenen Woche aber nicht als Begründung für die dürftige grün-weiße Darbietung gelten lassen. "Damit müssen wir ganz schnell aufhören", so der 32-Jährige bei "Sport1". "Wir als Spieler müssen die Verantwortung übernehmen und nicht nach Ausreden suchen."

Werder verliert den Anschluss an die Spitzengruppe

Werder-Interimscoach Christian Brand geht applaudierend vom Platz.
Ging bei seinem vermutlich einzigen Spiel als Werder-Chefcoach als Verlierer vom Platz: Interimstrainer Christian Brand. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mit hoher Wahrscheinlichkeit steht auch am nächsten Spieltag ein neues Gesicht bei Werder an der Seitenlinie. Denn bereits in den kommenden Tagen wollen die Bremer einen neuen Trainer präsentieren. Die Anzeichen verdichten sich, dass derjenige Ex-Kiel-Coach Ole Werner sein wird. Doch egal auf wen Werders Wahl fällt: Der neue Trainer findet ein Team vor, dass sich im Ligamittelfeld festgesetzt hat. Mehr noch: Werder verliert immer mehr den Anschluss an die Spitzengruppe; die Abstiegsplätze sind inzwischen näher als die Aufstiegsränge.

In seiner Abschiedsrede mahnte Interimstrainer Brand daher auch zur Vorsicht: "Wir müssen wahnsinnig aufpassen, dass der Zug nicht in die andere Richtung fährt." Wichtig sei es, dass nach all dem Aufruhr der vergangenen Wochen nun Stabilität ins Team komme und die Spieler das, was in letzter Zeit passiert sei, aus den Köpfen bekämen. Oder wie Werder-Stürmer Niclas Füllkrug bei "Sport 1" betonte: "Wir hoffen, dass ab nächster Woche wieder ein bisschen mehr Ruhe im Verein ist und wir uns auf unsere Arbeit konzentrieren können."

Christian Brand ist Werders neuer Trainer – für ein Spiel

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 27. November 2021, 23 Uhr