Kohfeldt genervt vom Krisen-Gerede bei Werder

Auf der Pressekonferenz stellte sich der Bremer Trainer vor seine Mannschaft und kritisierte die Medien. Dabei verrannte er sich allerdings ein wenig.

Werder Bremen Cheftrainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz vorm Hoffenheim Spiel

Bei Werder läuft es aktuell gleich auf mehreren Ebenen mau. Das vorhandene Personal plagt eine Verletzungsmisere und neues Personal ist nicht in Sicht. Ihre Wunsch-Kandidaten konnten die Bremer bisher nicht an die Weser lotsen. Hinzu kommt, dass am Samstag beim 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf auch noch der Bundesliga-Auftakt daneben ging.

Aus seiner Unzufriedenheit machte auf der Pressekonferenz am Donnerstag auch Florian Kohfeldt keinen Hehl. "Im Juni am Strand", witzelte der Bremer Trainer zunächst, "hätte ich mir den Saisonstart ein bisschen anders gemalt." Die aktuelle Situation sei "sicherlich nicht optimal", doch mit der Berichterstattung über den Auftritt seiner Mannschaft gegen Düsseldorf haderte Kohfeldt. Er beklagt, dass zu viel Schwarz-Weiß-Malerei betrieben würde.

Wenn man mal verliert, besteht die Gefahr zu sagen: Boah, es war alles scheiße! Nein, gegen Düsseldorf war auf gar keinen Fall alles scheiße.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Kohfeldt attackiert die Medien

Stattdessen habe seine Mannschaft gegen die Rheinländer "gut bis sehr gut" gespielt. Das Gerede von einer "Krise" kann er daher nicht nachvollziehen. Der Teufel liegt dabei allerdings im Detail. Denn das Wort "Krise" hatten unter der Woche nicht die Medien, sondern die Werder-Profis Davy Klaassen und Jiri Pavlenka verwendet. Allerdings auch nur, um zu dementieren, dass Werder eine solche hätte.

Nach nur einem verlorenen Spiel von einer Krise zu reden, ist dabei natürlich Unsinn. Dennoch hatte Kohfeldt anscheinend das Gefühl, dass sich in dieser Woche die Journalisten ein wenig gegen Werder verschworen hätten. Kleine Dinge, so sagt er, seien so gedreht worden, dass es in diese Richtung ginge.

Meine Wahrnehmung in dieser Woche war, dass uns sehr, sehr früh in der Saison eine Situation eingeredet werden soll, die weder existent noch in unseren Köpfen ist.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Düsseldorf-Niederlage lag nicht am fehlenden Kampf

Kohfeldt ging es dabei vor allem darum, sich vor seine Mannschaft zu stellen. Das ist richtig und nachvollziehbar. Dennoch verrannte er sich ein wenig. Den Journalisten warf er vor, ihm ganz bewusst brisante Aussagen entlocken zu wollen. Beispielsweise, dass seine Mannschaft gegen Düsseldorf nicht gekämpft habe. Dabei lag die Niederlage gegen Düsseldorf keineswegs daran. Vielmehr waren die Bremer vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug. Klappt dies am Samstag (15:30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim besser, stehen die Chancen ordentlich, drei Punkte aus dem Kraichgau mitzubringen. Von einer "Krise" bei Werder würde dann gewiss keiner mehr reden. Weder Spieler noch Medien.

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. August 2019, 18:06 Uhr