Es geht wieder los – aber Werder droht das Mittelmaß

Die Länderspielpause ist vorbei und die Personalnot bei den Bremern hat sich etwas entspannt. Dennoch wäre eine Niederlage gegen Hertha ein fataler Rückschlag.

Blick auf einen Bildschirm mit der Bundesligatabelle und Werder auf Rang elf.
Platz elf: Werder hätte mit einem Sieg gegen die Hertha wieder Anschluss an die internationalen Ränge – eine Niederlage wäre jedoch ein Dämpfer. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Es stürmte am Weser-Stadion und gerade erst war ein heftiger Regenguss hereingebrochen, doch die Werder-Fans hatten am Freitagnachmittag tapfer ausgeharrt. Und dann verspäteten sich Florian Kohfeldt und seine Spieler auch noch, aber trotzdem standen die gut 100 treuen Fans Spalier, als die Mannschaft zum Trainingsplatz schritt. Mit dabei auch Claudio Pizarro. Der Zeitplan schien also aufgegangen zu sein und der 41 Jahre alte Peruaner ist wieder rechtzeitig fit geworden, um am Samstag im Kader zu stehen.

Dass Kohfeldt gegen Hertha BSC Berlin trotzdem auf Ömer Toprak, Yuya Osako und Niklas Moisander verzichten muss, trübt ein wenig die Stimmung. Denn ein echter Neustart nach den eklatanten Personalsorgen ist es so nicht. Trotzdem sagte Kohfeldt: "Ich bin nicht enttäuscht."

"Am Samstag wird nichts entschieden"

Claudio Pizarro dribbelt beim Training seine Mitspieler aus.
Hat die Wehwehchen der vergangenen Wochen offenbar gut weggesteckt: Claudio Pizarro (Mitte). Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Er muss es nicht sein. Dennoch könnte die Partie gegen die Berliner, die Kohfeldt nach drei Siegen in Serie als "Mannschaft der Stunde" bezeichnet, richtungsweisend sein. Ein Sieg würde den Tabellenelften wieder an die oberen Regionen heranbringen. Bei einer Niederlage gegen den Tabellen-Nachbarn droht den ambitionierten Hanseaten mit acht Punkten das graue Mittelmaß. Doch Kohfeldt sagt: "Am Samstag wird sich nichts entscheiden." Die Hertha konnte gegen die Bremer seit elf Spielen nicht mehr gewinnen – fünf Niederlagen, sechs Unentschieden.

So lange Serien sind auch dazu da, dass sie reißen. Wir sehen es so, dass die Chancen jetzt da sind.

Hertha-Trainer Ante Covic

Damit das nicht passiert, muss Kohfeldt seine Taktik klug wählen und hat bei aller Personalnot dabei im defensiven Mittelfeld sogar ein Luxusproblem: Er muss sich zwischen Philipp Bargfrede oder Nuri Sahin entscheiden. Bargfrede hatte lange verletzt gefehlt, aber nun ist er, laut Kohfeldt, wieder ein "Startelf-Kandidat". "Beide sind sehr gute Bundesliga-Spieler mit enormer Erfahrung", erklärte der Werder-Coach und verglich die Kontrahenten: "Nuri spielt den tieferen Pass, hat mehr Kontakte. Philipp gewinnt den einen oder anderen Ball mehr." Kohfeldt beteuerte, sich noch nicht festgelegt zu haben. "Ich will auch die Journalisten nicht anlügen", meinte er augenzwinkernd.

Wunschkandidat Grujic kommt als Gegner

Die Wahrheit ist auch, dass Kohfeldt im Sommer sehr um eine Ausleihe von Mittelfeldspieler Marko Grujic gekämpft hatte. Doch der Serbe, bis 2023 beim FC Liverpool unter Vertrag, wollte lieber in Berlin bleiben und kommt am Samstag als Gegner ins ausverkaufte Weser-Stadion. "Er ist ein sehr physischer Spieler mit großer Torgefahr. Auf ihn müssen wir ganz sicher aufpassen", beschrieb ihn Kohfeldt.

Insgesamt ist Hertha eine Mannschaft mit einem guten Spirit. Aber wir spielen im Weser-Stadion. Ich bin optimistisch für einen Heimsieg.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Werder und das Plus an Qualität

Die Werder-Spieler beim gemeinsamen Warmlaufen vor dem Training.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. Oktober 2019, 18:06 Uhr