Füllkrugs Nicht-Treffer erhitzt die Gemüter

Eigentlich hatte Niclas Füllkrug das 2:2 für Werder gegen Hoffenheim erzielt – so dachten zunächst alle. Doch die neue Handspiel-Regel vermieste den Bremern die Laune.

Florian Kohfeldt muss den erbosten Niclas Füllkrug auf Abstand halten vor dem Schiedsrichter.
Ruhig Blut: Trainer Florian Kohfeldt (Mitte) versucht Niclas Füllkrug (rechts) zu beruhigen, der die Aberkennung seines Tores nicht glauben kann. Bild: Imago | HMB-Media

Der Frust saß tief bei den Bremern nach dem Abpfiff in Sinsheim, bei einem jedoch besonders: Niclas Füllkrug. Werders Stürmer hatte gegen Hoffenheim zwar sein erstes Pflichtspieltor zum 1:0 erzielt, doch das war nebensächlich. Die Bremer hatten verloren, das nervte ihn, aber vielmehr ärgerte sich Füllkrug über die neue Handspielregel.

Niclas Füllkrug drückt den Ball an Hoffenheims Keeper Oliver Baumann vorbei ins Tor.
Treffer oder auch nicht: Füllkrug (Mitte) schiebt den Ball zwar in der 71. Minute an Keeper Baumann vorbei, allerdings vergebens. Bild: Imago | Nordphoto

Denn eigentlich hatte Werders Rückkehrer in der 71. Minute zudem noch den 2:2-Ausgleich geschafft – so dachten zunächst jedenfalls alle. Doch Schiedsrichter Sascha Stegemann schaute sich nach Absprache mit dem Videoschiedsrichter in Köln die Szene noch einmal genau an. Und dort war klar zu erkennen, dass Füllkrug der Ball im Zweikampf mit Hoffenheims Kevin Vogt vom Kopf an den Unterarm gesprungen war – der Treffer wurde entsprechend der neuen Handspielregel also aberkannt.

Ich habe es nicht gespürt. Wie das Regelwerk wieder verändert wurde, ist wieder eine Sache, die den Fußball meiner Meinung nach noch ein Stück mehr verschlechtert. Ich will jetzt nicht gleich kaputtmachen sagen. Ich kann es nicht nachvollziehen. Aber laut dem Regelwerk ist es kein Tor.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug bei Sky

Schlechte Kommunikation mit dem Schiedsrichter

Füllkrug fühlte sich jedoch ungerecht vom Schiedsrichter behandelt, denn sein Gegenspieler hatte ihn in dieser Szene am Arm festgehalten. Das war allerdings nicht geahndet worden.

Wenn man sich fünf Minuten Zeit nimmt und schaut, dann muss man auch das andere überprüfen. Ich glaube, der Kevin Vogt sieht auch, dass er definitiv nicht mehr an Ball kommt. Dann reißt er an meinem Arm herum. Wenn man auf der einen Seite so kleinlich ist, dann auf der anderen Seite auch.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug bei Sky

Auch über die schlechte Kommunikation mit dem Schiedsrichter auf dem Platz beklagte sich Füllkrug. Stegemann habe bei Nachfragen sofort mit einer Gelben Karte gedroht, erklärte der Werder-Profi. Schuld war der Unparteiische aber am Ende sicherlich nicht an Werders 2:3-Niederlage gegen Hoffenheim. Doch der aberkannte Treffer erhitzte nach der Partie auch die Gemüter der Fans.

Dabei ist die Regel jedoch eindeutig: Handspiele vor einem Tor werden ab dieser Saison in jedem Fall abgepfiffen. "Das macht es viel einfacher für die Schiedsrichter. Da wird es keine Diskussionen mehr geben", meinte Videochef Jochen Drees zum Saisonstart. Dieser Plan ist am Samstagnachmittag nicht wirklich aufgegangen.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 24. August 2019, 18:45 Uhr