Fritz hofft noch auf einen Mittelfeld-Neuzugang für Werder

Momentan sind den Bremern auf dem Transfermarkt aber die Hände gebunden, wie Clemens Fritz einräumte. Mit Yuya Osako möchte er nach dem vergangenen Wochenende noch sprechen.

Video vom 22. September 2020
Clemens Fritz steht lächelnd beim Interview vor den Mikrofonen.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nein, mit Werders Saisonstart war erwartungsgemäß auch Clemens Fritz nicht zufrieden. "Die Enttäuschung war natürlich sehr groß. Wir hatten uns das alle etwas anders vorgestellt", versuchte er die Leistung der Bremer gar nicht erst schönzureden. Sang- und klanglos gingen diese am Ende mit 1:4 gegen Hertha BSC unter. Und Werders Auftritt zeigte einmal mehr auf, dass es im Kader noch eine große Baustelle gibt: die Sechser-Position. Dabei setzte Cheftrainer Florian Kohfeldt gegen die Berliner gleich auf zwei Spieler auf dieser Position – Maximilian Eggestein und Davy Klaassen. Der Schachzug mit der Doppelsechs ging allerdings nicht auf. Klaassen war schwach, Eggestein noch schwächer. Dass beide positionsfremd im defensiven Mittelfeld spielen mussten, zeigt zugleich, wie klein derzeit noch Kohfeldts Vertrauen in den aus Nürnberg nach Bremen gewechselten Patrick Erras zu sein scheint. Und wie groß für ihn daher der Bedarf nach einer weiteren personellen Alternative ist.

Patrick Erras spielt einen Pass im Training.
Patrick Erras saß gegen Hertha BSC 90 Minuten lang auf der Ersatzbank. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Um die Wünsche des Trainers weiß auch Fritz. Der Bremer "Leiter Profifußfball" leitet zugleich die Scouting-Abteilung des Klubs. Diese hält Ausschau nach potenziellen Kandidaten und macht der Sportlichen Leitung um Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann Vorschläge. "Ob es dann aber umsetzbar ist", erzählte Fritz, "ist eine andere Frage." Die finanzielle Lage ist eben ein großes Problem bei den Hanseaten. "Aktuell können wir nichts machen", räumte der Bremer Ehrenspielführer ein. Klar ist, dass der gesamte Klub auf den Verkauf von Milot Rashica wartet. Erst mit frischem Geld könnten die Bremer nochmal aktiv werden. Und dafür sorgen, dass die Ideen der Scouts nicht allein graue Theorie bleiben. Die letzten 13 Tage der aktuellen Wechselperiode bleiben also auch an der Weser spannend. Am 5. Oktober schließt das Wechselfenster.

Fritz will mit Osako sprechen

Darüber hinaus wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch Yuya Osako das Werder-Trikot tragen. Der Japaner spielte am Samstag vor Eggestein und Klaassen auf der Zehn – und tat es noch schlechter als seine beiden Hintermänner. Folgerichtig wechselte Kohfeldt ihn bereits zur Halbzeit aus. Eine Aktion, die die Fans im Stadion mit Applaus bedachten. Hohn und Spott für Osako. Laut Fritz wohl genau das Gegenteil von dem, was der 45-malige Nationalspieler im Moment benötigt.

Es lief für ihn sehr ungünstig, weil die ersten Aktionen im Spiel direkt nicht funktioniert haben. Je mehr Ballkontakte er hatte, desto verunsicherter war er.

Clemens Fritz über Yuya Osako

Aufgabe des Teams sei es nun, so Fritz, Osako wieder aufzubauen. Auch das Gespräch mit ihm persönlich soll noch einmal gesucht werden, um über den Vorfall und das Spiel vom Wochenende zu sprechen. Osako, glaubt Fritz, denke aktuell vielleicht zu viel nach und zöge sich daher selbst herunter. Dadurch käme er dann in eine Spirale, in der alles schiefgeht. Trotzdem sei der 30-Jährige erfahren genug, um mit der Situation umzugehen. Fritz zweifelt daher nicht daran, dass Osako Werder schon bald mit seiner prinzipiell zweifelsfrei vorhandenen spielerischen Klasse wieder weiterhilft – und sieht es vor allem pragmatisch.

Lieber ein richtig schlechtes Spiel und ordentlich auf den Sack bekommen als zehnmal hintereinander.

Clemens Fritz

Werder-Fans zurück im Stadion – aber nicht lange happy

Video vom 19. September 2020
Werder Bremen begeht das erste Heimspiel der Saison mit 8.500 Zuschauern im Weserstadion
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 22. September 2020, 18:06 Uhr