Warum Friedl im Duell mit Augustinsson aktuell die Nase vorn hat

Werder-Coach Florian Kohfeldt gab Marco Friedl zuletzt den Vorzug vor Stamm-Linksverteidiger Ludwig Augustinsson. Gut möglich, dass er weiter auf den Österreicher setzt.

Marco Friedl blockt eine Flanke ab.
Auch gegen Gladbach zeigte Marco Friedl (rechts) als Linksverteidiger eine gute Leistung. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Seit zwei Bundesliga-Spielen ist Werder ohne Gegentor. Von einer Zu-Null-Serie zu sprechen, scheint auf den ersten Blick übertrieben, ist im Falle der Grün-Weißen zumindest in der laufenden Spielzeit aber mehr als angebracht. Denn zuvor blieb das Team in dieser Saison nur im Januar beim 1:0-Auswärtssieg in Düsseldorf ohne Gegentreffer. Einen gewissen Anteil daran, dass Werder inzwischen nur noch die zweitschlechteste Defensive der Liga stellt – Mainz kassierte zwei Tore mehr –, hat der oft gescholtene Marco Friedl. Sowohl gegen Gladbach als auch gegen Freiburg machte der Linksverteidiger mit starken Aktionen positiv auf sich aufmerksam. "Von Haus aus ist er Innenverteidiger, daher ist seine Leistung umso höher zu bewerten", erklärte Werder-Coach Florian Kohfeldt am Freitag in einer Pressekonferenz.

Dass der 22-Jährige überhaupt zum Einsatz kam, ist der Verletzungsanfälligkeit des eigentlich gesetzten Ludwig Augustinsson geschuldet. Immer mal wieder muss der Schwede über kurz oder lang notgedrungen pausieren; jedoch kehrte er stets umgehend in die Startelf zurück, wenn er wieder genesen war. Nun aber ist die Ausgangslage eine andere: Obwohl Augustinsson schon gegen Gladbach fit war, erhielt Friedl weiter den Vorzug. Und die Chancen stehen auch aus einem anderen Grund gut für den jungen Österreicher, dass dies auch zukünftig der Fall ist. Denn: "Marco hat sich als Standardschütze etabliert", betonte Kohfeldt.

Ludwig Augustinsson sitz während einer Trainingspause auf einem Fußball
Werders eigentlich gesetzter Linksverteidiger Ludwig Augusstinsson kam zuletzt nur im Training zum Einsatz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Zwar habe der U21-Nationalspieler nach Ansicht seines Trainers in der Vergangenheit hinten links nicht immer geglänzt. Dennoch nahm er ihn stets vor Kritik in Schutz. Zuletzt war dies nicht mehr notwendig, da Friedl ohnehin gut gestanden habe. "Er zeigt die Bissigkeit, die ich von ihm erwarte", so Kohfeldt. Friedls Konkurrent, den der Großteil des Teams "Ludde" ruft, steht ihm in Sachen Einsatz jedoch in nichts nach: "Ludde drängt auf seinen Platz im Team", sagte Kohfeldt. Weiterhin verfüge Augustinsson über hervorragende Qualitäten im Offensivspiel. Die beiden machen ihrem Coach die Wahl zwischen ihnen also alles andere als einfach.

Beide werden noch gebraucht

Angesichts der hohen Belastung, die aufgrund der englischen Wochen noch auf Werder zukommt, steht für Kohfeldt jedoch ebenso fest: "Wir werden auf dieser Position beide noch brauchen." Möglich, dass am Samstag gegen Schalke aber sowohl Friedl als auch Augustinsson auf dem Platz stehen. Denn weil Milos Veljkovic wegen einer Gelbsperre ausfällt, könnte Friedl eine Position weiter innen zum Einsatz kommen. Augustinsson würde in dem Fall als Linksverteidiger einspringen, sodass beide auf ihren angestammten Positionen auflaufen würden.

Werder-Coach Kohfeldt zeigt es seinen Kritikern

Video vom 24. Mai 2020
Der Trainer von Werder Bremen, Florian Kohfeldt jubelt und zeigt die Faust.

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Mai 2020, 18:06 Uhr