Ab jetzt hüllt sich Eggestein in Schweigen

Bleibt er oder geht er? Die Zukunft von Maximilian Eggestein bei Werder Bremen ist offen – und äußern will sich der Umworbene zum Stand der Dinge nun nicht mehr.

Maximilian Eggestein streckt abwehrend die Arme nach vorne und ruft seinen Mitspielern etwas zu.
Führungsspieler und Leistungsträger: Maximilian Eggesteins Rolle bei Werder Bremen wird immer wichtiger. Bild: Imago | Sven Simon

Als sich Florian Kohfeldt und Frank Baumann auf das Podium zur Pressekonferenz setzten, stand auf einmal auch ein Elefant im Raum. Nicht buchstäblich natürlich, denn Maximilian Eggestein hat ja nicht einmal annähernd dieselbe Gewichtsklasse wie ein Dickhäuter. Doch mit dieser Metapher spielen die Amerikaner gerne, wenn etwas so unübersehbar wie ein Elefant mitten im Raum steht und sich doch keiner traut, dieses Thema anzusprechen.

Da saß Eggestein also, Werders Elefant. Der die Schlagzeilen der vergangenen Tage bestimmt hatte. Der sich in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung zu den Wechselgerüchten um ihn geäußert, sie aber nicht kategorisch abgewiegelt hatte. Bleibt er bei Werder oder geht er? Verlängert er seinen Vertrag, der 2020 ausläuft, oder nicht? Brennende Fragen, doch zunächst wagte sich niemand heran an den Elefanten im Raum, an das Offensichtliche. Fragen zum VfB Stuttgart, dem nächsten Gegner wurden abgearbeitet, auch zu Werders mangelnder Konstanz in dieser Saison und ob sich Claudio Pizarro nach seinen famosen Joker-Toren gegen Dortmund und Berlin nicht mal einen Startelf-Einsatz verdient hätte.

Eggestein sagt nicht viel

Der Elefant saß da und wartete. Aber er wusste, dass das Unvermeidliche noch kommen würde. Und er war darauf vorbereitet. Eggestein sagte schließlich das, was Spieler immer sagen, wenn sie schon etwas zu viel gesagt hatten: Sie ducken sich weg.

Natürlich ist jetzt langsam die Zeit gekommen, in der man sich mit dem Thema beschäftigen muss. Aber das werde ich mit mir selber und den Leuten, die es angeht, tun und nicht in der Öffentlichkeit. Und dann werden wir verkünden, was Sache ist. Aber ich werde das jetzt nicht weiter kommentieren.

Werder-Spieler Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein bejubelt mit ausgebreiteten Armen sein Tor gegen Eintracht Frankfurt.
Inzwischen für Werder fast unverzichtbar: Eggestein wurde für sein Traumtor gegen Frankfurt für das "Tor des Monats" nominiert. Bild: Imago | Noah Wedel

Ob das Taktik von ihm sei, sich in einem Interview zu äußern, um damit seinen Preis hochzutreiben, wurde Sportchef Baumann daraufhin gefragt. Doch so ein Typ ist Eggestein nicht. "Das hat Maxi nicht nötig", meinte Baumann und zeichnete Eggesteins Vorzüge noch einmal nach: "Dass er eine unheimliche Entwicklung genommen hat und ein sehr guter Bundesligaspieler ist, bekommen ja auch andere Klubs mit", erklärte der Sportchef: "Maxi ist in einem sehr guten Alter, hat schon eine gewisse Erfahrung und definitiv auch noch Potenzial."

Überzeugungsarbeit von Werder ist gefragt

Für Werder spiele daher keine Rolle, welche Klubs sich für ihren Spieler interessierten, behauptete Baumann. Sie würden Eggestein noch einmal darlegen, was er an Werder habe. Oder im übertragenen Sinne: Man wird mit einer großen Staude Bananen vor seinem Rüssel herumwedeln.

Wir wollen Maxi davon überzeugen, dass Werder für ihn nach wie vor der richtige Klub ist. Da sind wir in Gesprächen, aber es gibt noch keinen Stand, den man in die eine oder andere Richtung verkünden könnte.

Werder-Sportchef Frank Baumann

Dann verließen sie geschlossen wieder den Pressekonferenzraum, ihren Elefanten im Schlepptau. Doch nicht, ohne vorher den deutlichen Hinweis zu geben, dass dieses Thema jetzt doch bitteschön ruhen sollte. Weitere Nachfragen unerwünscht. Ein frommer Wunsch, schließlich steht die heiße Verhandlungsphase ja erst bevor.

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 21. Februar 2019, 18:06 Uhr