"Maulkorb" für Werder und Co. – 10 Corona-Fälle bei Clubs bekannt

Die Deutsche Fußball Liga will die Auswertung der Corona-Tests zentral kommunizieren. Insgesamt hat es in der ersten und zweiten Bundesliga bislang zehn Infektionsfälle gegeben.

Am Eingangsbereich der Deutschen Fuball Liga steht eine Säule mit dem DFL-Logo
Von mehreren Seiten wird von der DFL gefordert, transparent zu sein. Bild: Imago | Jan Huebner

Nach dem Wirbel um die positiven Corona-Tests beim 1. FC Köln hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Bundesligisten zum Stillschweigen über die Ergebnisse der Tests auf das Coronavirus aufgefordert. Man werde eine "zentrale öffentliche Kommunikation" dazu an diesem Montag vornehmen. "Wir empfehlen, bis dahin von eigenen Verlautbarungen abzusehen und auf diese zu verweisen", heißt es in einem Schreiben von DFL-Direktor Ansgar Schwenken an die Clubs, das der "Kicker" am Montag veröffentlichte. Die DFL bestätigte den Vorgang, den der "Kicker" als Verhängung eines "Maulkorbs" für die Vereine wertet. Inzwischen teilte die DFL mit, dass in der ersten und zweiten Bundesliga zehn Tests positiv ausgefallen sind. Insgesamt seien 1.724 Spieler, Trainer und Betreuer getestet worden. Zu welchen Vereinen die Infizierten gehören, ist nicht bekannt.

Keine Neu-Infizierten beim 1. FC Köln

In Köln waren zwei Spieler und ein Betreuer positiv getestet worden. Eine zweite Testreihe am Sonntag ergab nach Angaben des Clubs, dass kein weiterer Spieler oder Betreuer einen positiven Test hat. Alle drei Infizierten befinden sich in Quarantäne. Um am Trainingsbetrieb teilnehmen zu können, muss ein Profi zwei negative Tests vorweisen. Im inzwischen überarbeiteten DFL-Konzept zur Fortführung der Saison stand von Anfang an: "Keine automatische Meldung eines positiven Falles an die Presse, da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen."

Werder gab Testergebnisse auf Twitter bekannt

Einige Vereine, darunter auch Werder, hatten die Auswertung der Tests eigenhändig veröffentlicht oder zumindest Medienberichte darüber bestätigt. Bei den Bremern waren alle Proben negativ ausgefallen, wie der Klub am Samstag auf Twitter mitteilte. Die Ergebnisse der zweiten Flächentests, die am Sonntag durchgeführt wurden, sind hingegen noch nicht bekannt. Möglich, dass der Verein nach der Empfehlung der DFL auf die Mitteilung der Auswertung von eigener Seite verzichtet.

Stahmann fordert "größtmögliche Transparenz" bei Geisterspielen

Weiterhin hat sich Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) zur Entscheidung der Sportministerkonferenz (SMK) geäußert, sich für die Wiederaufnahme des Profifußballs auszusprechen. "Das ist eine Sache mit Risiken und Nebenwirkungen, wenn man Geisterspiele stattfinden lassen will", sagte SMK-Vorsitzende Stahmann dem Deutschlandfunk. "Aber wenn es Geisterspiele gibt, fordert die SMK höchstmögliche Transparenz." Das Konzept der DFL sei jedenfalls etwas, "mit dem man arbeiten kann. Da hat man sich nicht versucht, durchzuschummeln", so Stahmann.

Auch Werders Ex-Manager Willi Lemke riet der DFL im Gespräch mit dem "NDR Sportclub" am Sonntag zu weiterer Transparenz. Sein ehemaliger Verein, der zuvor seine finanziell bedenkliche Situation öffentlich gemacht hatte, habe es entsprechend vorgemacht.

Werder-Chef Bode: "Werden keinen Spieler zu Geisterspielen zwingen"

Video vom 3. Mai 2020
Der Vorsitzende des Werder Bremen Aufsichtsrates Marco Bode im Sportblitz-Studio.
Falls sich ein Bremer Spieler Sorgen um die Gesundheit machen sollte und deshalb nicht spielen möchte, würde der Klub ihn nicht zwingen. Das verriet Aufsichtsratsboss Marco Bode.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 04. Mai 2020, 18:06 Uhr