Nun ist es offiziell: Werder frühestens Anfang Mai wieder im Einsatz

In der Bundesliga ruht der Ball wegen der Corona-Krise in jedem Fall mindestens bis 30. April. Im Anschluss wird die Saison vermutlich mit Geisterspielen fortgesetzt.

Die Abendsonne scheint ins leere Weser-Stadion.
Sollte bei Werder Anfang Mai der Ball wieder rollen, bleibt das Weser-Stadion vermutlich leer. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wie erwartet bis vorerst 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums haben am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig beschlossen. Sollte die Saison Anfang Mai fortgesetzt werden, finden die Partien voraussichtlich vor leeren Rängen statt. An entsprechenden Konzepten werde gearbeitet, gab DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Dienstag bekannt. "Mindestens bis zum Ende der Saison ist es unrealistisch, davon auszugehen, dass wir nochmal vor vollen Stadien spielen", so Seifert.

Geisterspiele bedeuten weniger Einnahmen

Für die meisten Bundesligaklubs, darunter auch Werder, wären es die ersten Geisterspiele der Vereinsgeschichte. Fest einkalkulierte Einnahmen aus Ticketverkäufen und Gastro fallen bei Partien in leeren Stadien weg. Für die Bremer sind dies pro Geisterspiel etwa 1,5 Millionen Euro. "Profifußball bedeutet Menschen in diesem Land sehr viel. Deshalb bin ich mir sicher, dass sich viele Menschen über die Rückkehr freuen würden, auch wenn es ohne Zuschauer im Stadion wäre", sagte Seifert.

Um die für die Austragung der Spiele erforderlichen Hygienebestimmungen und sonstigen Vorgaben zu gewährleisten, beschloss die DFL, eine medizinische Task Force einzurichten. Diese soll unter anderem die "engmaschige, unabhängige Testung von Spielern und weiterem Personal unter anderem unmittelbar vor den Spieltagen" durchführen. Weiterhin werden für alle 36 Standorte Konzepte entwickelt, um Spiele "mit einem möglichst geringen Personalaufwand in den Bereichen Sport, Medien und allgemeine Organisation" auf die Beine zu stellen.

Saisonende für 30. Juni geplant

Weiterhin verpflichteten sich die Vereine, bis Donnerstag, 5. April, aufs Mannschaftstraining zu verzichten. Geht der Spielbetrieb tatsächlich im Mai weiter, soll die Saison wie geplant am 30. Juni enden. Gegebenenfalls sei es jedoch auch möglich, die Spielzeit bis Juli zu verlängern. Den Bundesligisten droht daher eine hohe Taktung an Spielen, einschließlich englischer Wochen. Werder ist besonders betroffen: Die Bremer haben noch eine Partie mehr als die Konkurrenz zu absolvieren, da Anfang März kurzfristig das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt abgesagt und schließlich auf unbestimmte Zeit verlegt wurde.

Weil die Corona-Krise für alle Bundesligisten wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen wird, entfällt in den Lizensierungsverfahren für die kommende Saison bei allen Teams die Überprüfung der Liquidität . Man wolle den Vereinen damit die Möglichkeit geben, "die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen", sagte Seifert. Die nächste außerordentliche DFL-Mitgliederversammlung findet nach jetzigem Stand am 17. April statt.

Wegen Corona-Krise: Slowakischer Traditionsverein pleite

Der slowakische Fußball-Spitzenklub MSK Zilina geht als erstes prominentes Opfer der Coronakrise in die Insolvenz. Der im Jahr 1909 gegründete siebenmalige Meister wurde einem Insolvenzverwalter unterstellt, der umgehend die Verträge mit 17 Spielern auflöste. Diese hatten sich Medienberichten zufolge geweigert, einer Gehaltskürzung von bis zu 80 Prozent zuzustimmen.

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