Grüne, CDU und FDP verurteilen Angriffe auf Polizisten nach Pokalpartie

Die Bremer CDU fordert eine ständige Ermittlungsgruppe für Angriffe auf Einsatzkräfte. Am Samstag waren laut Polizei vier Beamte von Werder-Ultras verletzt worden.

Polizisten und Fußballfans vor dem Weser-Stadion.
Am Samstagabend kam es nach der Pokalpartie zwischen Werder und Atlas Delmenhorst zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Werder-Ultras. (Archivbild) Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Grüne, CDU und FDP haben die Angriffe auf Polizisten nach der Pokalpartie zwischen Atlas Delmenhorst und Werder Bremen verurteilt. Der innenpolitische Sprecher der Bremer Grünen, Björn Fecker, erklärte: "Derartige Attacken gegen die Polizei sind völlig inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen."

Die CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft forderte von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) einen Bericht für die nächste Innendeputation. Darüber hinaus forderte der CDU-Abgeordnete Marco Lübke, dass die Polizei darüber nachdenken sollte, eine ständige Ermittlungsgruppe für Angriffe auf Einsatzkräfte einzurichten. Schließlich gebe es in solchen Fällen seit geraumer Zeit härtere Strafen. Damit Strafen aber verhängt werden könnten, müssten die Angreifer auch ermittelt werden.

CDU fordert von Werder ein Bekenntnis

Von Werder Bremen forderte Lübke "ein klares Bekenntnis". Der Verein stehe angesichts des "massiven Einsatzes von Pyrotechnik" durch einige Fans in der Verantwortung. Der Klub solle die Kontrollen verschärfen und Verstöße ahnden, sagte Lübke.

Diesen Vorstoß wies Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald zurück. "Mit dem Ruf nach noch härteren Kontrollen und noch höheren Strafen macht es sich jeder zu einfach." An keinem Fußballstandort in Deutschland sei damit die seit Jahrzehnten bestehende Problematik gelöst worden. Werder suche gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden nach alternativen Lösungsansätzen, sagte Hess-Grunewald.

Auch die FDP verurteilte die Vorkommnisse "auf das Schärfste". Die Vorsitzende der FDP-Fraktion, Lencke Steiner, forderte vom Senat ein klares Zeichen und Maßnahmen, die die Situation verbessern. Es brauche jetzt eine offene Debatte über die Erweiterung des Einsatzes von Bodycams und eine konsequentere Durchsetzung des Vermummungsverbotes.

Gewalt gegen Polizisten nimmt erheblich zu und wird zu einem echten Problem in dieser Stadt.

Lencke Steiner
Lencke Steiner, FDP-Fraktionsvorsitzende

Nach der Pokalpartie zwischen Werder Bremen und Atlas Delmenhorst am Samstag war es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Werder-Ultras gekommen. Laut Polizei wurden dabei vier Polizisten verletzt. So soll ein Mann aus einer von der Polizei begleiteten Fan-Gruppe von Werder-Ultras auf ein Autodach geklettert sein und anschließend einem Beamten "mit voller Wucht" gegen den Kopf getreten haben. Der Polizist musste den Angaben zufolge von einem Notarzt versorgt werden.

Polizisten mit Steinen beworfen

Als die Polizei den Fan festnehmen wollte, sollen die Beamten mit Steinen beworfen und mit Stangen attackiert worden sein. Ein Stein habe eine Polizistin im Nacken getroffen und leicht verletzt. Mit Hilfe von Pfefferspray und zusätzlichen Einsatzkräften konnte die Situation laut Polizei beruhigt werden. Tatverdächtige Fans habe man nicht mehr festnehmen können. Alle mutmaßlichen Täter konnten fliehen. Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Harzburger Straße in der östlichen Vorstadt.

Als "feige, grundlos und hinterhältig" bezeichnete Polizeivizepräsident Dirk Fasse die Geschehnisse nach dem Pokalspiel.

Polizisten riskieren regelmäßig ihre Gesundheit für den Schutz anderer. Dass skrupellose Gewalttäter nun auf diese Art und Weise ihren Hass gegen den Staat und die Polizei auslassen und dabei unter anderem einen Familienvater massiv angreifen, macht mich sprachlos. Es werden konsequente Ermittlungen erfolgen.

Polizeivizepräsident Dirk Fasse

Vor den gewaltsamen Angriffen waren im Stadion im Werder-Fan-Block Rauchbomben und Bengalos gezündet worden. Die Beamten erstellten entsprechende Strafanzeigen.

Innensenator Ulrich Mäurer verurteilt die Attacken

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagte zu den Angriffen: "Die Pyrotechnik mit ihren gesundheitsschädlichen Rauchgasen ist eine Zumutung für die Zuschauer. Wenn dann noch anschließend Bremer Ultras Polizeibeamte mit Steinen bewerfen, mit Stangen attackieren und einem der Beamten gegen den Kopf treten, kann einem jede Freude an einer schönen Fußballbegegnung vergehen. Wir werden alles tun, um diese feigen Täter zu ermitteln."

Am Sonntag hatte die Polizei wegen der Angriffe eine Ermittlungsgruppe gebildet. Die Gruppe setzt sich nach Angaben der Bremer Polizei aus erfahrenen Ermittlern der Kriminalpolizei sowie szenekundigen Beamten zusammen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 11. August 2019, 6 Uhr