Mit diesem verwandelten Eckball erzielte Herzog das "Tor des Monats"

Video vom 25. Juni 2021
Andreas Hezog jubelt im Werder-Trikot.
Bild: Imago | Jaspersen
Bild: Imago | Jaspersen

Werders Fanliebling Andreas Herzog gelang im November 1998 ein ganz besonderes Kunststück. Gegen Olympique Marseille schlenzte er einen Eckball direkt ins Tor.

Andreas Köpke trat wutentbrannt gegen den Pfosten. Der 36 Jahre alte Torwart, 1998 nur wenige Monate zuvor nach der Weltmeisterschaft in Frankreich aus der DFB-Elf zurückgetreteten, konnte kaum glauben, was ihm da gerade passiert war. Mit Olympique Marseille traf er in der 2. Runde des Uefa-Cups auf Werder Bremen. Nach dem 1:1 im Weser-Stadion führten die Südfranzosen im Rückspiel mit 3:1. Prinzipiell ein Grund zur Freude für Köpke also – doch dann düpierte ihn Werders Andreas Herzog.

83 Minuten waren damals gespielt, als die Bremer eine Ecke erhielten. Linksfuß Herzog lief an und zog den Ball direkt auf den ersten Pfosten. Und wie an der Schnur gezogen flog dieser ins Tor. Allerdings auch, weil Marseilles Defensive ein wenig mithalf und den Weg freimachte. "Es war schon ein bisschen Glück dabei, weil der Verteidiger auf dem ersten Pfosten den Ball hätte wegköpfen können. Er hat es zum Glück nicht gemacht. Dadurch war es ein schönes Tor für mich", sagte Herzog im Anschluss zu seinem Treffer.

Fans wählen Treffer zum "Tor des Monats"

Für die Bremer reichte es trotz Herzogs Treffer zwar nicht mehr zum Weiterkommen gegen die Marseillais, doch der Bremer Fanliebling hatte wenig später dennoch einen Grund zur Freude. Seinen direkt verwandelten Eckball wählten die Fußballfans im November 1998 zum "Tor des Monats".

Es ist das erste Mal gewesen, dass ich einen Eckball direkt verwandelt habe, aber leider hat es nicht gereicht und wir sind ausgeschieden. Trotzdem ist das eine schöne Auszeichnung und Anerkennung.

Andreas Herzog 1998 bei der Überreichung der Medaille für das "Tor des Monats"

Am Ende der Saison folgte der DFB-Pokal

Gegen Marseille saß Herzog damals zunächst gar auf der Bank. Felix Magath, seinerzeit seit 13 Tagen neuer Trainer an der Weser, brachte den Österreicher erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Dieser durfte in der Saison nach dem "Tor des Monats" noch einen weiteren Titel feiern. Dann allerdings schon wieder ohne "Quälix", wie Magath aufgrund seiner harten Trainingsmethoden häufig genannt wird.

Andreas Herzog und Dieter Eilts klatschen nach dem Pokalsieg 1999 ab.
Freude nach dem Coup: Andreas Herzog (links) und Dieter Eilts gewannen 1999 mit Werder den DFB-Pokal. Bild: Imago | Kicker/Eissner, Liedel

Für Magath war in Bremen nämlich nach nur wenigen Monaten wieder Schluss. Thomas Schaaf übernahm für ihn und gewann mit Werder völlig überraschend im Mai 1999 das Finale im DFB-Pokal gegen die Bayern. So durfte Herzog nach dem Aus im Uefa-Cup am Ende der Saison doch noch einen Pokal gen Himmel recken.

Cheftrainer in Österreich

Es war in seiner Zeit an der Weser nicht der einzige Klubtitel für ihn. Als Herzog 1992 nach Bremen kam, gewann er mit Werder auf Anhieb die Deutsche Meisterschaft und 1994 zum ersten Mal den DFB-Pokal. Im Sommer 1995 wechselte er gemeinsam mit Trainer Otto Rehhagel nach München, fand an der Isar aber genauso wenig sein Glück wie Rehhagel. Nur ein Jahr später ging es daher für Herzog zurück nach Bremen.

Nach seinem Karriereende in den USA 2004 hat Herzog eine Trainerkarriere eingeschlagen. Als Nationaltrainer arbeitete er zuletzt in Isreal. Jetzt hat er vor kurzem den Job als Cheftrainer beim österreichischen Erstligisten FC Admira Wacker übernommen. Auch in Bremen wird sein Name immer rasch genannt, wenn Werder einen neuen Trainer sucht. Die Erinnerungen an "Herzl" sind in der Stadt schließlich durchweg positiv. Auch dank so toller Treffer wie damals in Marseille.

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Autoren

  • Niko Schleicher Redakteur und Autor
  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. Juni 2021, 18:06 Uhr