Bei diesem Corona-Notfall-Szenario der DFL würde es eng für Werder

Die Deutsche Fußballliga hat laut einem Medienbericht konkrete Pläne, falls die Bundesliga-Saison doch abgesagt werden muss. Für Werder würde es demnach sehr eng werden.

Bremens Milot Rashica schaut nach der Partie gegen den 1. FC Köln enttäuscht zu Boden.
Am Donnerstag möchte der Ligaverband zwei Papiere verabschieden, um eine juristische Verbindlichkeit zu erreichen – für Werder sieht es aktuell auf dem Abstiegsplatz düster aus. Bild: DPA | Marius Becker

Die Schale soll auf jeden Fall vergeben werden, und bei zwei Vereinen könnten bald Tränen fließen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich offenbar einen Worst-Case-Plan zurechtgelegt. Wie die "Bild"-Zeitung am Dienstagabend berichtete, will der Ligaverband den Klubs der 1. und 2. Bundesliga am Donnerstag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung mitteilen, dass es auch im Falle des Saisonabbruchs einen Meister und zwei Absteiger geben soll.

Laut "Bild" werden den Vertretern der 36 Klubs in getrennten Verfahren zwei Papiere vorgelegt. Ziel soll es demnach sein, in beiden Ligen breite Zustimmung und juristische Verbindlichkeit zu erreichen, ehe die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison nach mehr als zwei Monaten Pause am Samstag fortgesetzt wird.

Regelung bei unterschiedlicher Spielzahl noch nicht klar

Papier eins sieht vor, dass die Spielzeit 2019/20 bis zum 30. Juni, notfalls aber auch noch im Juli, abgeschlossen werden soll und kann. So solle vermieden werden, dass einzelne Vereine wegen am 30. Juni auslaufender Verträge Protest gegen die Ergebnisse späterer Spiele einlegen.

Im zweiten Papier gehe es um das Vorgehen, wenn die Bundesliga- und Zweitliga-Saison aus rechtlichen Gründen abgebrochen wird. Etwa wegen den Spielbetrieb einschränkender Quarantäne-Maßnahmen oder des Verbots von Kontaktsportarten. In diesem Fall solle die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Tabelle der beiden Ligen gewertet werden. Auf diese Weise solle vermieden werden, dass ein abgeschlagener Verein einen Saisonabbruch provoziert. Nach derzeitigem Stand würde also Bayern München seinen achten Titel in Folge feiern, Werder Bremen und der SC Paderborn wären die Absteiger.

Allerdings könnten sich Schwierigkeiten ergeben, etwa wenn Vereine unterschiedlich viele Spiele absolviert haben. Das betrifft zurzeit auch Werder. Die Bremer haben gemeinsam mit Eintracht Frankfurt bislang ein Spiel weniger als die anderen Klubs absolviert.

Kritik an Saisonaufnahme im Fußball

In der Handball-Bundesliga wurde beim Saisonabbruch nach der durchschnittlichen Punktzahl pro Spiel die Abbruch-Tabelle erstellt, so wurde der THW Kiel zum Meister. Im Fußball gab es international durchaus unterschiedliche Urteile: In Frankreichs Ligue 1 etwa wurde Paris St. Germain nach Saisonabbruch zum Champion erklärt, in der niederländischen Eredivisie hingegen wurde der Titel dem Tabellenführer Ajax Amsterdam verwehrt. Absteiger gab es in beiden Ligen. Und diese begehrten gegen die Entscheidungen ihrer Ligaverbände auf, zogen teilweise vor Gericht – wohl auch, weil vorab offenbar kein Szenario für den Worst Case verbindlich abgesegnet war.

In der Bundesliga, die wegen ihres Hygienekonzepts und der engen Verzahnung mit der Politik von den Vertretern anderer Topligen in diesen Tagen beneidet wird, ist die Stimmung kurz vor dem Restart spürbar angespannt. Die Kritiker aus Politik, Gesellschaft und Sport sind zahlreich.

Bereits vor Wiederanpfiff Verzögerungen in der 2. Liga

Die vom Dresdner Gesundheitsamt verhängte 14-tätige häusliche Quarantäne gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden sorgte für zusätzliche Nervosität bei den Klubs und noch vor Wiederanpfiff der Spiele bereits für erste Verzögerungen im Ablaufplan. "In der 2. Liga darf meiner Einschätzung nach gar nichts mehr passieren. Und in der ersten Liga darf auch nicht so viel passieren", erklärte am Dienstag Geschäftsführer Jörg Schmadtke vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Man muss schon sagen, dass das System auf tönernen Füßen steht. Diesen Weg müssen wir alle sorgsam gehen, es gibt keinen Freifahrtschein.

Max Eberl, Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach

Auch Familien von Werder-Profis lassen sich auf Corona testen

Video vom 12. Mai 2020
Milot Rashica vor dem Weser-Stadion auf dem Weg zum Corona-Test mit seinen Eltern und seiner Ehefrau.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 13. Mai 2020, 8 Uhr