Kohfeldts Erinnerungen an Werders Abstiegsfinale 2016 gegen Frankfurt

Am Mittwoch (20:30 Uhr) spielt Werder im Abstiegskampf gegen die Eintracht. Das Herzschlagfinale 2016 erlebte der Bremer Coach damals als Co-Trainer von Viktor Skripnik.

Greenwhite Wonderwall
Bereits vor dem Stadion wurde die Mannschaft am letzten Spieltag der Saison 2015/16 von vielen jubelnden Werder-Fans begrüßt. Florian Kohfeldt war damals als Co-Trainer dabei.

Es war der 14. Mai 2016, ein lauer Frühsommertag in Bremen. Der Tag, an dem im Weser-Stadion wohl das wichtigste Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte von Werder stieg. Am letzten Spieltag trafen die Bremer auf Eintracht Frankfurt. Die Vorzeichen vor dem Spiel waren klar. Werder lag mit 35 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz. Die Frankfurter mit einem Punkt mehr auf Platz 15. Werder brauchte also einen Sieg, um den direkten Klassenerhalt klarzumachen. Dabei drohte im Falle einer Niederlage sogar noch der direkte Abstieg, falls Werder verliert und Stuttgart zeitgleich in Wolfsburg gewinnt.

Papy Djilobodji stochert 2016 gegen Frankfurt den Ball über die Linie.
Beim Abstiegsfinale 2016 gegen Frankfurt erzielte Papy Djilobodji in der 88. Minute den wichtigen Siegtreffer der Bremer. Bild: Imago | Nordphoto

Doch am Ende ging alles gut. Und dies, obwohl die Eintracht sich lange in Sicherheit wähnte. Getragen von der "Green White Wonderwall" stocherte Papy Djilobodji kurz vor Schluss den Ball über die Torlinie – und Werder damit zum Verbleib in der Bundesliga. "Ich war ziemlich jung und ziemlich nervös", erinnert sich Florian Kohfeldt an jenen Maitag vor vier Jahren. Der heutige Werder-Coach war damals 33 Jahre alt und Co-Trainer von Viktor Skripnik. An die Emotionen rund um das Spiel denkt er gerne zurück. Auch wenn es zuvor wohl nicht allzu viel Schlaf gab.

Ich kann mich natürlich an den Fanaufmarsch und an das, was vor dem Spiel passiert ist, erinnern. Ich persönlich kann mich auch an eine sehr unruhige Nacht im Hotel davor erinnern. Aber auch an die Glücksgefühle, die es nach dem Spiel gab. Die waren schon sehr befreiend.

Werder-Coach Florian Kohfeldt

Kohfeldt sieht Frankfurt dieses Mal nicht als Konkurrent

"Befreiende Glücksgefühle" möchte Kohfeldt natürlich auch am Mittwochabend um ca. 22:20 Uhr im Weser-Stadion spüren. Dann, wenn Schiedsrichter Patrick Ittrich die Partie gegen Frankfurt abpfeift und Werder bestenfalls die nächsten drei Punkte geholt hat. Die Vorzeichen sind dabei anders als noch vor vier Jahren. Dieses mal ist es kein Spiel, in dem Werder sich endgültig retten kann. Beim Blick auf die Tabelle ist es aber trotzdem eine hochspannende Paarung. Und dies, obwohl die Eintracht am Samstag drei wichtige Punkte in Wolfsburg geholt hat.

Frankfurts Hinteregger und Kamada feiern Kamadas Tor gegem Wolfsburg.
Beim 2:1-Sieg in Wolfsburg holte die Eintracht am Samstag drei wichtige Punkte, um sich von der akuten Abstiegszone fernzuhalten. Daichi Kamada (rechts) erzielte den Siegtreffer. Bild: Imago | Groothuis/Witters

Die Frankfurter liegen mit 32 Punkten auf dem 12. Platz der Tabelle. Werder mit 25 Punkten auf Platz 17. Gewinnen die Bremer, würde der Abstand nur noch vier Punkte betragen – und die Eintracht im Schlamassel des Abstiegskampfes ankommen. "Wir sind nach wie vor hinten dran und müssen alles tun, um dieses Spiel zu gewinnen und dranzubleiben im Kampf um den Klassenerhalt", sagt Kohfeldt. Das Spiel gegen Frankfurt sei daher wieder eine Partie mit Finalcharakter. Aber danach würden eben noch weitere fünf Finalspiele im Kampf um den Bundesliga-Verbleib auf Werder warten. Dass die Eintracht an den letzten Spieltagen auch noch um den Klassenerhalt bangen muss, glaubt Kohfeldt dabei nicht.

Ich sehe die Eintracht nicht als Konkurrent. Für mich ist die Eintracht nicht wirklich im Abstiegskampf drin. Sie haben eine hohe Kaderqualität und immer wieder gezeigt, dass sie zum richtigen Zeitpunkt Spiele gewinnen.

Werder-Coach Florian Kohfeldt

Worte, die die Frankfurter möglicherweise auch nur in Sicherheit wiegen sollen. In eine Sicherheit, die sie bereits am 14. Mai 2016 lange spürten – ehe Djilobodji kam und Kohfeldt Glücksgefühle bescherte.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juni 2020, 18:06 Uhr