Filbry klärt auf: Diese Gelder gehen Werder Bremen durch Corona flöten

Der Geschäftsführer zeigte am Sonntag auf, an welchen Stellen Geld fehlen wird. Dabei sprach er auch über "50+1" und einen größeren Gehaltsverzicht der Spieler.

Klaus Filbry steht auf einem Podium und schaut nachdenklich.
Klaus Filbry hat am Sonntag aufgezeigt, an welchen Stellen und in welcher Höhe Werder aktuell aufgrund der Corona-Krise Gelder fehlen und zukünftig noch fehlen könnten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werder ging bereits frühzeitig voran und sorgte während der Corona-Krise für finanzielle Transparenz. Bis zu 45 Millionen Euro könnten den Bremern im allerschlimmsten Fall fehlen. Welche Einnahmen an welcher Stelle ausfallen, schlüsselte Klaus Filbry, Geschäftsführer Finanzen bei Werder, am Sonntag im "Doppelpass" von Sport1 auf.

Für die Rückerstattung der Tages- und Dauerkarten sowie der Zahlungen an die Business-Kunden kalkulieren die Bremer demnach mit einem Betrag zwischen sieben und acht Millionen Euro. Sollte die letzte TV-Rate im Falle eines Saisonabbruchs doch ausfallen oder zurückerstattet werden müssen, fehlen laut Filbry weitere 15 Millionen Euro. Zugleich gebe es offene Rechnungen, bei denen Werder nicht wisse, ob sie tatsächlich noch an den Klub gezahlt werden würden. Schließlich seien auch die wirtschaftlichen Partner des Klubs durch die Corona-Krise in eine schwierige Situation geraten. Die ein oder andere Forderung könnte daher noch ausfallen oder nur bedingt erfüllt werden. Einige Sponsporenverträge würden zudem auslaufen. Das Volumen hierbei soll 5,8 Millionen Euro betragen. Und noch sei unklar, ob die Unternehmen trotz Corona-Krise Werder weiterhin die Treue halten oder der Gürtel enger geschnallt werden muss.

Probleme ziehen sich wohl bis in die kommende Saison – weiterer Gehaltsverzicht?

Die Probleme dürften sich dabei bis tief in die neue Saison ziehen. Falls bis zum Jahresende ohne Zuschauer im Weser-Stadion gespielt werden muss, würden laut Filbry in der neuen Saison weitere acht bis neun Millionen durch den Verkauf der Dauer- und Tageskarten fehlen. Bei den Business-Kunden belaufe sich der Betrag auf fünf bis sechs Millionen Euro. Falls Leistungen für Sponsoren nicht erbracht werden könnten, würden zudem drei bis vier Millionen Euro fehlen.

Um den Klub in der aktuellen Situation zu unterstützen, verzichten die Spieler bereits auf einen Anteil ihres Gehalts. Dieser soll sich auf zehn bis maximal 20 Prozent belaufen – und könnte wohl noch einmal nachverhandelt werden müssen.

Wir haben mit den Spielern besprochen, dass wir nochmal sprechen müssen, falls die Saison abgebrochen wird, weil sich die wirtschaftliche Situation dann nochmal dramatisch verändern wird.

Klaus Filbry am Sonntag im Sport1-"Doppelpass"

"50+1" steht für Werder nicht zur Disposition

Den Vorwurf, wirtschaftlich nicht vernünftig gehandelt zu haben, will Werder sich dabei nicht gefallen lassen. "Corona hat uns vor Probleme gestellt, die wir so nicht antizipieren konnten. Wir sind da unverschuldet hineingeraten", so Filbry. Zukünftig plädiert er für eine Gehaltsobergrenze im europäischen Fußball. Dass die Bremer sich aufgrund der finanziellen Probleme von der "50+1"-Regelung distanzieren werden, schließt er dabei aus. Zwar sei Werder offen für strategische Partner, doch an den Mehrheitsverhältnissen könne nicht gerüttelt werden.

Für uns als Verein kommt nur eine Minderheitsbeteiligung in Frage. 50+1 ist in meinen Augen eine vernünftige Regelung.

Klaus Filbry am Sonntag im Sport1-"Doppelpass"

Werder in der Krise: Im schlimmsten Fall fehlen 45 Millionen Euro

Video vom 26. April 2020
Leere Tribünen im Weserstadion.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. April 2020, 19:30 Uhr