Knackt Bittencourt gegen Union Berlin einen 30 Jahre alten Rekord?

Erstes Bundesliga-Spiel für Werder – und gleich eine Bestmarke? Neu-Bremer Leonardo Bittencourt wird am Samstag wohl einen Rekord aus den 80er-Jahren knacken.

Leonardo Bittencourt läuft in Freizeit-Kleidung am Weser-Stadion entlang.
Auf Rekordjagd: Leonardo Bittencourt wird wohl bereits am Samstag der jüngste Spieler sein, der in der Bundesliga für fünf verschiedene Vereine gespielt hat. Bild: Imago | Nordphoto

Wenn Werder am Samstag (15:30 Uhr) auf Union Berlin trifft, ist die Vorfreude bei Leonardo Bittencourt besonders groß. Zum einen, weil er der Stimmung im Stadion an der Alten Försterei entgegenfiebert. "Über die Atmosphäre müssen wir nicht sprechen", sagte der Neuzugang aus Hoffenheim am Mittwoch in der Mixed-Zone. "Die ist einmalig, sehr schön. Dort macht es sehr viel Spaß." Dies bekam zuletzt auch Borussia Dortmund zu spüren. Spaß hatten die Dortmunder allerdings weniger. Angepeitscht von den eigenen Fans schlugen die Berliner den Anwärter auf die Meisterschaft nämlich mit 3:1.

Doch Bittencourt fährt natürlich nicht allein nach Berlin, um die tolle Atmosphäre zu genießen. Allzu gerne möchte er auch das erste Mal in der Bundesliga das Werder-Trikot tragen. Und spätestens nach dem Ausfall von Maximilian Eggestein ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er in der Bremer Startelf stehen wird.

Bittencourt unterbietet den Rekord

Dabei würde Bittencourt allerdings nicht allein sein Debüt für Werder feiern, sondern auch einen 30 Jahre alten Rekord brechen: Er wäre dann nämlich der jüngste Spieler in der Bundesliga-Geschichte, der für fünf verschiedene Bundesliga-Vereine gespielt hat. Vor seinem Wechsel nach Bremen spielte er bereits für Borussia Dortmund, Hannover 96, den 1. FC Köln und die TSG Hoffenheim in der 1. Liga.

Bei einem Einsatz gegen Union wäre der gebürtige Leipziger exakt 25 Jahre und 269 Tage alt. Und damit deutlich jünger als Andreas Keim, der bisher den Rekord hält. Keim spielte zwischen 1984 und 1992 in der Bundesliga und lief dabei für den Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf, den FC 08 Homburg-Saar, den 1. FC Köln und die Stuttgarter Kickers auf. Zu den Stuttgartern, seiner fünften Station, wechselte er in der Winterpause 1988/89. Seinen ersten Einsatz für den Klub absolvierte er am 25. Februar 1989 bei der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Keim war damals allerdings bereits 26 Jahre und 262 Tage alt – also fast ein gesamtes Jahr älter als Bittencourt. Damit ist klar, dass sich Werders Neuzugang die Rekordmarke in den kommenden Wochen wohl ohnehin demnächst schnappen wird.

Leonardo Bittencourt und Andreas Keim neben den Wappen ihrer bisherigen Vereine
Bisher ist Andreas Keim (rechts) der jüngste Spieler, der in der Bundesliga für fünf verschiedene Vereine gespielt hat. Leonardo Bittencourt wird diesen Rekord wohl brechen. Bild: Imago | Nordphoto, Pressefoto Baumann

Kein Potenzial als Söldner

Als Söldner ist Bittencourt trotz seiner vielen Wechsel allerdings nicht anzusehen. Diese schauen immer nach dem nächstbesseren Vertrag, um woanders noch mehr Geld zu verdienen. Immer häufiger erstreiken sich derartige Spieler gar einen Wechsel. Bei Bittencourt ist das anders, seine Karriereplanung ist nachvollziehbar. Zu Hannover 96 wechselte er, weil er als junges Talent in Dortmund zuvor kaum zum Zug kam. Den 1. FC Köln verließ er erst nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Sommer 2018, als zugleich die Champions League in Hoffenheim lockte. Nachdem er dort zuletzt nicht mehr erste Wahl war, entschied er sich für Werder.

Und mit den Bremern möchte er natürlich direkt mit einem Erfolgserlebnis starten. Bittencourts Bilanz gegen Union Berlin besitzt dabei noch Potenzial nach oben. Zweimal spielte er in der 2. Liga mit Energie Cottbus gegen die Berliner – und zweimal verlor er. Besser soll es am Samstag in der 1. Liga klappen, wenn er mit Werder im ersten Spiel seinen ersten Sieg holen will. Dann wohl direkt als frischgebackener Rekordhalter.

Werder-Neuzugang Bittencourt will gegen Berlin erstmals ran

Werder Spieler Leonardo Bittencourt während einer Pressekonferenz.

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  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. September 2019, 18:06 Uhr