Werder muss kreativ sein, um Henrichs zu kriegen

Im Wettbieten um Abwehrspieler Benjamin Henrichs mischt nun auch noch Schalke 04 mit. Finanziell kann Werder-Sportchef Baumann nicht mithalten – er setzt auf Plan B.

Sportchef Frank Baumann umringt von Kamerateams beim Interview.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Frank Baumann hatte am Donnerstag zur Medienrunde gebeten, doch zu sagen hatte Werders Sportchef eigentlich nichts. Kein Neuzugang. Und keiner, der den Verein verlässt. Dabei sind die Bremer weiterhin auf der Suche nach einem rechten Verteidiger und einem defensiven Mittelfeldspieler. Doch die Namen, die kursieren, wollte Baumann auch nicht kommentieren. "Es gibt keinen neuen Stand", meinte Baumann, "und zu Spielern, die gerüchteweise gehandelt werden, sage ich nichts. Wir haben hohe Ansprüche, müssen dabei aber immer realistisch bleiben."

Realistisch bedeutet mit dem Etat von Werder Bremen vor allem eines: Dass man sich die meisten Wunschspieler nicht leisten kann. Haben möchten Baumann und Trainer Florian Kohfeldt aber Abwehrspieler Benjamin Henrichs trotzdem gerne. Der 22-Jährige, der von Bayer Leverkusen für 20 Millionen Euro zum AS Monaco wechselte, ist jedoch heiß begehrt. Nicht nur Bayern München hat ein Auge auf den U21-Nationalspieler, laut Informationen der "Bild"-Zeitung mischt nun auch Schalke 04 im Transfergerangel mit.

Leihgeschäft als Lösung?

Sportchef Frank Baumann umringt von Kamerateams beim Interview.
Sportchef Frank Baumann (Mitte) will sich bei seinen Transfers nicht in die Karten schauen lassen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Baumann will sich auch beim Pokern um Henrichs nicht in die Karten schauen lassen, doch allzu gut ist sein Blatt im Vergleich zur Konkurrenz nicht. Daher hat der Sportchef einen Plan B. "Wir müssen ein Stückweit kreativ sein." Und das bedeutet kurz gesagt: Wenn der Kauf des Spielers zu teuer ist, versucht man ihn auszuleihen. Und dabei will Baumann wie immer geduldig sein, zuletzt gelang dem Sportchef oft noch ein Transfercoup in letzter Minute. "Es ist wichtiger, die richtigen Spieler zu finden als schnell Spieler zu finden", sagt er, "wir hätten auch im Mai den Kader voll haben können."

Doch zu sehr auf Zeit zu spielen, könnte sich im Fall von Henrichs als Eigentor entpuppen. Dafür sind die Mitbieter zu finanzkräftig und Werders Argumente mit dem tollen Fananhang, dem hochgelobten, jungen Trainer und dem attraktiven Fußball ziehen am Ende wohl doch nur bedingt. Allerdings werden sie bei Baumanns kreativem Transferansatz sicherlich eine Rolle spielen.

Bei Spielern anzufragen, die eigentlich ganz andere Möglichkeiten hätten, gehört dazu. Es wird nicht immer klappen, aber wenn man sehr früh dran ist und den Spielern das Gefühl gibt, dass sie bei uns zu dem Zeitpunkt extrem gut aufgehoben sind, hat man vielleicht eine Chance. Wenn man es nicht probiert, wird es auch nicht klappen.

Werder-Sportchef Frank Baumann

Baumann: "Werden Harnik nicht wegschicken"

Baumann beim Interview mit buten un binnen.

Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. Juli 2019, 18:06 Uhr