Sturm und Drang: Bartels greift wieder an

Werder-Spieler Fin Bartels musste mehr als ein Jahr lang verletzt pausieren. Jetzt ist er wieder zurück – und bemerkt einen neuen Konkurrenzkampf im Bremer Team.

Fin Bartels hockt lachend auf neben vier Fußbällen auf dem Traingsplatz.
Er schaut gut gelaunt in die Zukunft und freut sich auf den Konkurrenzkampf: Fin Bartels. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Als am 9. Dezember 2017 die Achillessehne des Werder-Spielers Fin Bartels beschloss, den dauerhaften Belastungen des Profisports nicht länger standhalten zu wollen, lag Schnee in Bremen.

Die Menschen freuten sich auf Weihnachten und auf Silvester. Und der Fußballer Bartels hat damals wohl nicht damit gerechnet, gleich zwei Jahreswechsel als verletzter Profi zu verbringen.

Es gab Rückschläge, aber keine Zweifel

Es gibt Spieler, die schaffen das Comeback nach einem Achillessehnenriss bereits sechs Monate später. Wenn alles perfekt läuft. Aber Bartels hatte Pech. "Es gab Situationen, wo ich richtig, richtig frustriert war. Wo ich den Kopf in den Sand gesteckt habe", sagt der 32-jährige Stürmer. Gezweifelt habe er jedoch nie an seiner Rückkehr in den Profisport.

Nun flogen zwischenzeitlich zweimal die Raketen in den Silvesterhimmel, bis Bartels am 8. März 2019 endlich wieder für seinen Verein auflaufen konnte. Im Flutlicht des Weser-Stadions gegen Schalke 04 . 454 Tage nach seiner Verletzung.

Fin Bartels stürzt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Rasen.
Der Moment der Schmerzes: Fin Bartels reisst sich die Achillessehne in Dortmund. Bild: imago | Schueler / Eibner

454 Tage – eine gefühlte Ewigkeit im Profifußball. Als Bartels sich verletzte, war Florian Kohfeldt erst seit einem guten Monat als Chef im Amt. Der junge Trainer arbeitete seitdem viel und erfolgreich mit der Mannschaft. Doch Bartels war raus aus dieser Entwicklung.

Für ihn musste es sich anfühlen, als sei er am Tag seiner Verletzung Ende 2017 zwangsweise in seine eigene Blase aus Krankenbett, Reha-Zentrum und individuellem Training gesteckt worden. "Die andern da draußen, ich hier drin." Die Zeit lief weiter, die Mannschaft entwickelte sich weiter. Aber ohne ihn.

Jetzt ist er zurück, ist befreit aus der Blase. Aber sein Fußballerleben wurde vorgespult in die Zukunft. Seine Mannschaft hat sich verändert. "Wir haben qualitativ dazu gewonnen. An einzelnen Spielern, an individueller Klasse. Und sind taktisch flexibler geworden", sagt Bartels. "Außerdem können wir fußballerisch Gegner bestimmen."

Man sieht im Training und auf dem Feld, dass da Qualitäten und Fähigkeiten auf dem Platz sind, mit denen man sich neu messen muss.

Werder-Spieler Fin Bartels

Mit einigen Spielern hat Bartels noch gar nicht auf dem Bundesligarasen gestanden. Neue Spieler, die eine ungewohnte Konkurrenz für Bartels bedeuten. Im Sturm ist Max Kruse gesetzt, sagt Trainer Kohfeldt. Um die beiden Plätze daneben buhlen zum Spiel in Leverkusen am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) wenigstens sechs Spieler: Martin Harnik, Johannes Eggestein, Yuya Osako, Milot Rashica, Josh Sargent – und eben Bartels. Wenn Claudio Pizarros Oberschenkel mitmacht, ist sogar noch ein Spieler mehr im Rennen um den Kaderplatz.

Für Bartels aber kein Problem: "Ich heize den Konkurrenzkampf noch weiter an. Das kann nur gut sein für die Qualität in der Mannschaft", sagt er lächelnd in einer Medienrunde. Er wisse nicht, wie es den anderen gehe, aber er freue sich momentan auf jede Einheit, auf jede Minute. Bartels nimmt den Druck an, findet ihn gut.

Läuft diesmal alles perfekt für Bartels, und bleibt er in der nächsten Zeit vom Pech verschont, dann winkt ihm laut Kohfeldt sogar ein Stammplatz neben Kruse. Denn "er ist ein Ausnahmespieler in der Bundesliga", ist der Trainer überzeugt. Ein klein wenig kann der 32-Jährige darauf bestimmt noch warten. Aber sicher nicht nochmal zwei Jahreswechsel.

  • Bastian Mojen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. März 2019, 18:06 Uhr