Kommentar

Der Baum brennt bei Werder – Spieler müssen Taten folgen lassen

Werder verliert gegen den Tabellenletzten, doch von Abstiegskampf wollen die Verantwortlichen nichts wissen. Das ist ein großer Fehler, so unser Kommentator.

Ratlose Werder-Spieler stehen auf dem Platz
Ratlose Werder-Spieler nach dem 0:1 gegen den SC Paderborn. Bild: Gumzmedia

Der Baum brennt bei Werder Bremen und das wenige Wochen vor Weihnachten. Nach dem 0:1 gegen den SC Paderborn stecken die Bremer mittendrin im Abstiegskampf. Das wollten Florian Kohfeldt und Co. um jeden Preis vermeiden und deswegen scheuen sich die Verantwortlichen auch weiterhin, das Wort Abstiegskampf in den Mund zu nehmen.

Das ist ein großer Fehler, denn das Feuer ist deutlich zu erkennen: Die Bremer liegen nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz und die Formkurve des Teams zeigt stark nach unten. Haben die Bremer in der Vergangenheit noch gute Leistungen gezeigt und verloren, sind die Grün-Weißen jetzt dazu übergegangen, schlecht zu spielen und zu verlieren. Die Partien gegen Schalke und Paderborn sprechen eine deutliche Sprache.

Leistungsträger sind weit von ihrer Bestform entfernt

Am Sonntag hat Sportchef Frank Baumann die Frage gestellt, warum so viele Leistungsträger im Kader der Grün-Weißen weit von ihrer Bestform entfernt sind. Eine berechtigte Frage, die Baumann sicherlich auch von Trainer Florian Kohfeldt beantwortet haben will. Während die Spieler zu Beginn seiner Dienstzeit noch deutlich besser wurden, haben sie zuletzt einen Schritt zurück gemacht.

Lieblingsspieler Osako, der zu Saisonbeginn noch in bestechender Form war, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Gegen Paderborn blieb er mehr als blass. Auch Maximilian Eggestein und Davy Klaassen konnten in den vergangenen Partien nicht die Leistungen abrufen, die von ihnen erwartet werden. Bislang stand das Trio bei Kohfeldt unter Artenschutz – das muss sich ändern.

Spieler sind kläglich an der Realität gescheitert

Diese Spieler wollten in der laufenden Saison um die Europa-League mitspielen und sind kläglich an der Realität gescheitert. Auch jetzt reden sie immer noch davon, dass die Mannschaft zu stark sei für den Abstiegskampf. Nicht selten sind Teams mit solchen Ansprüchen am Ende abgestiegen.

Die Spieler sind jetzt gefordert und müssen ihren Aussagen endlich auch Taten folgen lassen. Wer sich zu stark für den Abstiegskampf hält, der muss gegen den Tabellenletzten einfach gewinnen.

Auch Werder muss die Dinge klar beim Namen nennen. Wenn sie schon nicht öffentlich von Abstiegskampf reden wollen, dann muss Florian Kohfeldt seinen Spielern zumindest intern deutlich machen, was die Stunde geschlagen hat.

Denn die Situation ist brandgefährlich.

Werder in der Krise – eine Einordnung

Video vom 9. Dezember 2019
Werder Bremen Trainer guckt konzentriert dem Training seiner Mannschaft zu.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Claus Wilkens Redakteur und Moderator und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember 2019, 19:30 Uhr