Interview

So emotional erlebte Bernd Wellbrock den WM-Sieg seines Sohnes

Nach dem Titel kamen die Tränen. Im Elternhaus des frisch gebackenen Weltmeisters ging es in der Nacht zum Dienstag vor dem Fernseher äußerst lebhaft zu.

Bernd Wellbrock im Interview

Als buten un binnen sich am Dienstag mit Bernd Wellbrock in seinem Radsporthaus in der Bremer Altstadt trifft, klagt er über ein kleines Schlafdefizit. Schließlich startete Sohn Florian in der Nacht zum Dienstag bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Südkorea und holte über die 10.000 Meter im Freiwasser-Rennen die Gold-Medaille. Das freut auch Wellbrocks Kunden. Während des Gesprächs kommt eine ältere Dame ins Geschäft und beglückwünscht den stolzen Papa freudig mit einem großen Strauß Blumen.

Herr Wellbrock, können Sie bereits registrieren, dass Ihr Sohn Weltmeister geworden ist?
Das ist eigentlich noch nicht richtig zu realisieren. Zwei bis drei Tage werden wir dafür brauchen. Dann geht's.
Wie haben Sie das Rennen verfolgt?
Wir sind um kurz vor eins aufgestanden, um das Rennen per Live-TV zu gucken. Meine Frau ist zwischendurch Wäsche aufhängen gegangen und hat die Buchführung gemacht. Sie ist so aufgeregt, dass sie eigentlich gar nicht richtig zugucken kann. Ich musste sie dann ab und an mal zurück zitieren. Aber beim Finale war sie dabei. Und das waren unfassbare Momente.
Der Endspurt war ziemlich hart. Waren Sie sich sicher, dass Ihr Sohn es packt?
Man steht mehr oder weniger brüllend vor dem Fernseher: "Ey, schwimm! Mach es!" Das sind Momente, in denen man mitfiebiert und ihn am liebsten anschieben möchte. Das geht natürlich nicht, aber man möchte einfach mithelfen.
Wie lief der Moment ab, als Ihr Sohn als Erster im Ziel angeschlagen hat?
Das war ja fast ein Fotofinish. Meine Frau sagte: "Bist du sicher?" Und ich habe gesagt: "Ja, klar, das sieht man doch im Bild! So ein Stück vorher!" Meine Frau hat dann angefangen zu weinen. Ich bin dann auch immer dicht am Wasser gebaut. Dann haben wir uns in den Arm genommen und alles war gut.
Am Freitag reisen Sie mit Ihrer Frau zu Ihrem Sohn nach Südkorea. Wie groß ist bereits die Vorfreude?
Riesig! Florian zu sehen und in den Arm zu nehmen, das lässt sich nicht beschreiben. Wer das nicht selber erlebt, kann das nicht nachvollziehen.

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Autoren

  • Yannick Lowin
  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. Juli 2019, 18:06 Uhr