Werder gewinnt Elfmeterfestival gegen Union Berlin

Drei Tore, drei Elfmeter und zwei Platzverweise – die Partie zwischen Union Berlin und Werder war nichts für schwache Nerven. Die Bremer setzten sich mit 2:1 durch.

Klaassen springt jubelnd in die Luft nach seinem Elfmetertor gegen Union.
Viel Erleichterung gleich zum Auftakt: Davy Klaassen bejubelt seinen verwandelten Elfmeter zum 1:0 – das Foul an ihm war aber nicht unumstritten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Drei Elfmeter, zwei Platzverweise, jede Menge strittige Szenen und Schwerstarbeit für den Video-Assistenten: Über den 2:1 (1:1)-Sieg der Werder-Notelf bei Aufsteiger 1. FC Union wird noch lange diskutiert werden. Bei den Köpenickern gewannen die Hanseaten am Samstag ein hitziges Spiel mit 2:1 (1:1) und beendeten damit den Berliner Höhenflug, die vor der Länderspiel-Pause Vizemeister Borussia Dortmund geschlagen hatten. Nach einem Fehlstart in die Liga war es für die Bremer der zweite Erfolg in Serie.

Niclas Füllkrug (55.) erzielte den Siegtreffer, davor war Videoassistent Bastian Dankert zum Hauptdarsteller avanciert. Er gab gemeinsam mit Schiedsrichter Tobias Welz früh zwei Elfmeter, ließ sich mit der Entscheidung jedoch teils minutenlang Zeit. Erst verwandelte Bremens Davy Klaassen (5.) einen Foulelfmeter, bevor Union-Stürmer Sebastian Andersson (14.) einen Strafstoß nach Handspiel einnetzte.

Klaassen schießt zwei Elfmeter – trifft ein Mal

Schiedsrichter Tobias Welz schaut sich im Spiel zwischen Union Berlin und Werder eine strittige Szene auf dem Monitor an.
Sehr oft am Monitor gefordert: Schiedsrichter Tobias Welz musste einige strittige Szenen begutachten. Bild: Imago | Jan Huebner

Auch unmittelbar vor dem Füllkrug-Tor gaben Dankert und Welz einen Foulelfmeter, den Union-Keeper Rafal Gikiewicz (55.) parierte. Berlins Verteidiger Neven Subotic (89.) und Bremens Mittelfeldspieler Nuri Sahin (90.+1) sahen in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte.

Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei hatte sich Union noch nicht richtig sortiert, da gab es schon den ersten Aufreger. Nach einem Solo über die linke Seite flankte Werder-Neuzugang Leonardo Bittencourt auf Klaassen, der im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Welz entschied sofort auf Elfmeter, musste anschließend dennoch länger Rücksprache mit dem Videoassistenten Dankert halten, bevor er Elfmeter gab und Klaassen zur Führung traf.

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Die Gastgeber rannten in der Folge mutig an, versuchten den Schock des frühen Rückstands schnell abzulegen - und es gelang. Nach einer Berliner Ecke sprang Bremens Innenverteidiger Christian Groß der Ball an die Hand. Das Spiel lief kurz weiter, ehe Welz nach Intervention des VAR auf den Handelfmeter entschied, der Union den Ausgleich bescherte.

Chaotische Schlussphase

Die Bremer Offensivreihe wurde, genauso wie ihr Berliner Gegenstück, aus dem Spiel heraus in dieser Phase nicht wirklich gefährlich. Die Konfusion um die beiden Elfmeter schien ihre Spuren hinterlassen zu haben. Erst kurz vor der Halbzeit kam wieder Schwung in die Partie. Johannes Eggestein (36.), dessen Bruder Maximilian kurzfristig wegen Rückenproblemen abgesagt hatte, und Bittencourt (43.) hatten zwei gute Gelegenheiten für Werder, bei Union verzog Ex-Bremer Anthony Ujah aus spitzem Winkel.

Komplett war das Videobeweis-Chaos nach der Halbzeit, als Union-Kapitän Christopher Trimmel Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie im Strafraum am Trikot hielt. Im Stadion war das Vergehen kaum zu sehen, erst als sich Dankert aus Köln meldete, gab es Elfmeter. Den konnte Gikiewicz zwar halten, die nachfolgende Ecke von Nuri Sahin verwertete Füllkrug trotzdem zur Führung. Im Anschluss drängte Union auf den abermaligen Ausgleich, doch auch die Bremer ließen nicht nach.

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 14. September 2019, 18:45 Uhr