Trillerpfeifen als Trotzreaktion

Proteste gegen die Ansetzung von Werders Montagsspiel waren im Vorfeld angekündigt worden, doch etliche Fans nutzten für ihre Aktion während der Partie eine nervtötende Form.

Garfield-Plakat vor der Ostkurve mit der Sprechblase "We hate Mondays".
Garfield wusste, wovon er spricht: Montage nerven. So geht es auch vielen Fußballfans, die gegen die Ausweitung des Bundesliga-Spieltages protestieren. Bild: Imago | Eduard Bopp

Es hätte nur noch gefehlt, dass durch die Lautsprecher des Weser-Stadions der Klassiker der Boomtown Rats "I don't like Mondays" erklingt. Aber auch so gab es gestern Abend mehr als genügend offensichtliche Anzeichen dafür, dass viele Bremer Fußball-Fans die Spielansetzungen am Montagabend eher suboptimal finden. "Spieltagszerstückelung stoppen" stand auf einem Transparent, auf einem anderen der Spruch "Lieber ein Montag ohne Fußball als Fußball ohne Ultras". Und von den Ultras waren einige gar nicht erst im Stadion erschienen, aus Protest. In der Mitte der Ostkurve klaffte eine Lücke, das etwa 300 Fans starke Herzstück der Werder-Unterstützer fehlte.

Werder-Spieler genervt von den Pfiffen

Dennoch, das Weser-Stadion war im Heimbereich ausverkauft und jene, die gekommen waren, wollten ihre Grün-Weißen im Abstiegskampf tatkräftig unterstützen. "Man hat gemerkt, dass die Ultras nicht da waren, aber die Stimmung war trotzdem super", sagte Trainer Florian Kohfeldt. Es wurde gesungen und geklatscht, das war das Positive. Ein Teil der Fans in der Ostkurve hatte sich jedoch zu einem Montagsprotest der überflüssigen Art entschlossen: mit Trillerpfeifen. Und diese nervtötende Geräuschkulisse verärgerte nicht nur die Mehrheit der übrigen Fans, sondern sie stiftete reichlich Verwirrung bei den Spielern auf dem Rasen. Die Pfiffe klangen eben genauso wie die Pfeife des Schiedsrichters.

Werder-Fans halten in der Ostkurve Protestplakate gegen Montagsspiele hoch.
In der Ostkurve machten viele Werder-Fans ihren Unmut über die Montagsspiele mit Plakaten deutlich. Bild: Imago | Jan Huebner

"Ich habe es wahrgenommen", sagte Maximilian Eggestein, "besonders, wenn Spielpause war. Gerade die vereinzelten Pfiffe haben irritiert. Ich habe dann manchmal gedacht: 'Was ist jetzt? War das Abseits?' Das war schon ein bisschen komisch." Trainer Florian Kohfeldt ärgerte sich über das permanente Pfeifkonzert im Stadion. "Die Trillerpfeifen waren keine gute Idee", betonte er: "Das war wirklich spielbeeinflussend. Ich bin heilfroh, dass keiner meiner Spieler irgendwann mal stehengeblieben ist, weil er dachte, es wäre ein Pfiff. Das war grenzwertig." Als der Stadionsprecher auf ausdrücklichem Wunsch der Bremer Mannschaft mehrmals darum bat, das Benutzen der Trillerpfeifen doch endlich sein zu lassen, da erntete der Aufruf sehr viel Applaus im weiten Rund. Aber die Unruhestifter reagierten so, wie schwer erziehbare Kinder es tun. Mit einem trotzigen: Jetzt erst recht!

Aus Protest: Werderfans hören Fußball im Radio

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  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesligashow, 12. März 2018, 20 Uhr