Spektakuläres Duell: Werders Falck hatte den Weltmeister im Würgegriff

Der Viertelfinal-Showdown zwischen Weltmeister Ma Long und Vizeweltmeister Mattias Falck hielt am Freitag, was er versprach: einen echten Tischtennis-Thriller.

Mattias Falck fixiert konzentriert den Ball beim Aufschlag.
Verlangte Weltmeister Ma Long alles ab: der schwedische Vizeweltmeister Mattias Falck. Bild: Imago | Xinhua

Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können, so still war es im Zhengzhou Olympic Sports Centre. Ma Long, der von seinen Gegnern respektvoll der "Drache" genannt wird und der im Tischtennis jahrelang in einer eigenen Sphäre spielte, hatte seinen ersten Matchball in diesem Viertelfinale der ITTF-Finals. Auf der anderen Seite des Tisches stand Mattias Falck, der Weltranglistenneunte aus Schweden und in der Bundesliga für Werder Bremen erfolgreich. Ma Long gegen Falck, der Weltmeister gegen den Vizeweltmeister - mehr ging nicht.

Eine Stunde lang hatten die beiden hochklassiges und teils furioses Tischtennis gezeigt und Falck hatte dabei einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er derzeit gegen Chinas Allmacht Europas stärkster Herausforderer ist. Wie schon im April 2019 im WM-Finale der beiden. Die ersten vier Sätze hatten sie im Best-of-seven-Modus abwechselnd unter sich aufgeteilt - nun aber war Ma Long nach dem Gewinn des fünften Satzes am Drücker und Falck stand mit dem Rücken zur Wand. Den ersten Matchball: abgewehrt. Den zweiten: abgewehrt. Den dritten: abgewehrt.

Drei Matchbälle kann Falck noch abwehren

Falck ließ einen krachenden Vorhand-Winner folgen und hatte auf einmal Satzball beim Stand von 11:10. Aber Ma Long blieb ganz cool, spielte weiter aggressiv und zwang Falck zum Fehler - der Ausgleich, dann der vierte Matchball für den Chinesen: Und dieses Mal saß er. Eine Turbo-Rallye beendete Ma Long mit einer Vorhand, direkt auf Falcks Körper gezogen. Der 1,88 Meter große Schwede konnte nicht mehr ausweichen, es war vorbei. Doch er hatte dem "Drachen" alles abverlangt.

Ma Long holte sich seinen Platz im Halbfinale mit dem 4:2-Sieg (11:5, 7:11, 5:11, 11:6, 11:9, 13:11), für Falck sind die internationalen Wettkämpfe damit für dieses Jahr beendet. Die "China-Bubble" mit dem World Cup und den ITTF-Finals im Doppelpack war mit großen Aufwand und einer vierwöchigen Isolation der Spieler als Restart der internationalen Turnierszene angesetzt worden. Für Falck heißt die Bilanz nach der Tortur: zwei Mal Viertelfinale und viel Selbstvertrauen für die nächsten Bundesliga-Spiele mit Werder Bremen. Bereits am 29. November geht es für ihn mit dem Heimspiel gegen Neu-Ulm weiter.

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 20. November 2020, 18:06 Uhr