BGH: Keine Rückkehr in die Regionalliga für den SV Wilhelmshaven

Die Fifa hatte den Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven laut Gericht vor Jahren zu unrecht durchgesetzt. Der Bundesgerichtshof entschied nun: In die Regionalliga darf der SVW dennoch nicht.

Video vom 20. Mai 2020
Ein Teil des Wilhelmshavener Jade Stadions.

Der Fußball-Bezirksligist SV Wilhelmshaven darf nach seinem ungerechtfertigten Zwangsabstieg im Jahr 2014 nicht in die Regionalliga Nord zurückkehren. Die obersten Zivilrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) wiesen die Revision des Vereins gegen ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Bremen zurück.

Der Grund: Die Wilhelmshavener hätten nicht nachweisen können, dass sie ohne den Abstieg auch heute noch in der Regionalliga Nord spielen würden, teilte das Gericht in Karlsruhe am Mittwoch mit. Eine Zulassung zum Spielbetrieb in der nächsten Saison könne deshalb nicht verlangt werden.

Würde Wilhelmshaven heute noch in der Regionalliga spielen?

Der frühere Drittligist SV Wilhelmshaven musste auf Anweisung des Weltverbandes FIFA nach der Saison 2013/14 aus der viertklassigen Regionalliga absteigen, weil er in den Jahren zuvor eine Ausbildungsentschädigung für den 2007 verpflichteten argentinischen Spieler Sergio Sagarzazu nicht gezahlt hatte. 2016 entschied der Bundesgerichtshof, dass dieser Zwangsabstieg nicht gerechtfertigt war. Seither versucht der Verein, seine Wiedereingliederung in die Regionalliga Nord durchzusetzen.

Nach der neuen Entscheidung des BGH kann der Klub zwar als Schadenersatz die Herstellung des Zustands verlangen, der bestünde, wenn er nicht abgestiegen wäre. Laut Statut und Spielordnung des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV) beziehe sich ein solcher Anspruch aber nur auf die jeweils nächste Spielzeit.

Der Verein könne deshalb nur dann wiederaufsteigen, "wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könnte, dass er bei einer Teilnahme in der Spielzeit 2014/2015 auch heute noch in der Regionalliga Nord spielen würde". Dafür fehle aber der Nachweis.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 20. Mai 2020, 18:06 Uhr