SV Wilhelmshaven darf vorerst nicht zurück in die Regionalliga

Der SV Wilhelmshaven hat vor dem Landgericht Bremen im Rechtsstreit mit dem Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) eine Niederlage eingesteckt. Wilhelmshaven wollte eine Rückkehr in die Regionalliga gerichtlich erzwingen.

Justitia vor Bremer Landgericht mit dem Logo vom SV Wilhelmshaven
Die Klage des SV Wilhelmshaven auf Wiedereingliederung in den Spielbetrieb der Regionalliga wurde am Mittwoch abgewiesen.

Die Klage des SV Wilhelmshaven gegen den Norddeutschen Fußball-Verband, auf Wiedereingliederung in den Spielbetrieb der Regionalliga, wurde am Mittwoch abgewiesen. Der SV Wilhelmshaven kämpft bereits seit elf Jahren gegen Fußball-Verbände.

Die fast schon unendliche Geschichte des SV Wilhelmshaven hatte 2007 mit der Verpflichtung von Sergio Sagarzazu (insgesamt zwölf Einsätze) seinen Lauf genommen. Der Fußball-Weltverband (FIFA) ordnete an, der SVW müsse an zwei Jugendvereine des Argentiniers eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 157.500 Euro zahlen. Die Norddeutschen weigerten sich und begannen stattdessen einen Rechtsstreit mit den Verbänden.

FIFA ordnete Zwangsabstieg an

2012 ordnete die FIFA den Zwangsabstieg an, der NFV verkündete im Februar 2014, dass der Club am Ende der Saison absteigen müsse. Das Problem: Die Mannschaft stieg in der Saison 2013/14 auch sportlich ab – mit einem Punkt Rückstand.

War die Mannschaft zu schlecht oder waren die Spieler demotiviert, weil sie schon frühzeitig wussten, dass sie am Ende ohnehin absteigen werden? Das war die alles entscheidende Frage, die das Landgericht Bremen klären musste. Ein Beweis dafür sei aber unmöglich zu erbringen, urteilte heute das Landgericht in Bremen.

Der Bundesgerichtshof gab dem SV Wilhelmshaven recht

Der nächster Schritt des SV Wilhelmshaven, der mittlerweile in der Bezirksliga (7. Liga) spielt, ist nun der möglicherweise etwas aussichtsreichere Gang vor das Oberlandesgericht Bremen (OLG), das im Gegensatz zum Landgericht Ende 2014 bereits einmal Bedenken an der Rechtmäßigkeit des Zwangsabstiegs formuliert und damit für eine scheinbare Wende in dem langfristigen Disput gesorgt hatte. OLG und später im September 2016 sogar der Bundesgerichtshof, stimmten zu.

Es war der erste große Erfolg von David Wilhelmshaven gegen Goliath Weltverband. Denn der Bundesgerichtshof (BGH) erklärte den 2012 von der Fifa verhängten Zwangsabstieg des Provinzclubs aus der Regionalliga für unwirksam. Die Satzung des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV), der den Abstieg vollstreckt hatte, biete dafür keine ausreichende Grundlage, urteilte das Gericht.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 24. April 2018, 18:06 Uhr