Weitreichendes Verbot von Freizeit- und Amateursport wegen Corona

Der Amateursport steht im November auch in Bremen still. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen werden weder Vereins- noch Mannschaftssport stattfinden.

Video vom 28. Oktober 2020
Ein Tornetz auf einem Sportplatz.
Bild: Radio Bremen

Der deutsche Sport wird von den verschärften Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern hart getroffen. Angesichts steigender Infektionszahlen darf im Profibereich, auch im Fußball, im November nur noch ohne Zuschauer gespielt werden – der Freizeit- und Amateursportbetrieb wird weitestgehend untersagt. Das geht aus dem Beschlusspapier infolge der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Vroom: "Es wird uns treffen"

Andreas Vroom schaut in die Kamera.
Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes, ist von den am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen nicht begeistert. Bild: Radio Bremen

Die Auswirkungen auf den Amateursport dürften extrem sein. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Betrieb wird eingestellt, Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Allein der Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hatte noch am Dienstag auf "Fingerspitzengefühl" der Politik gehofft. Auch Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes Bremen, ist im Gespräch mit dem Sportblitz wenig begeistert von den Maßnahmen. Schließlich hätten sich die Vereine und Sportler an die Hygienekonzepte gehalten.

Ich finde es gar nicht gut, denn es ist viel zu undifferenziert. Wir haben massiv runtergefahren auf freiwilliger Basis. Und wir haben sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet und eingehalten - es wird uns treffen.

Andreas Vroom, Präsident des Landessportbundes Bremen im Sportblitz

Vroom moniert, dass die Politik zu wenig Geduld hatte. Einige Bremer Verbände wie Fußball und Handball, hatten den Spielbetrieb seit einer Woche ausgesetzt und man habe beispielsweise Umkleiden geschlossen und Gruppen reduziert. Diese Maßnahmen, so Vroom hätten so kurzfristig noch gar nicht wirken können. "Ich wäre gerne schrittweise runtergegangen, jetzt ist der Schritt sehr groß", fügte Vroom hinzu. Nun kommt der Freizeit- und Amateursport mit einem Ruck zum Stillstand. "Es wird fürchterlich", befürchtet der Präsident besonders im Hinblick auf die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche.

LSB-Präsident Vroom zum Amateur-Lockdown: "Es wird uns treffen"

Video vom 28. Oktober 2020
Andreas Vroon, Präsident des Landessportbunds Bremen im Interview im Sportblitz.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2020, 18:06 Uhr