Kolumne

Diese 4 Dinge sollten Sie bei den Sixdays nicht verpassen

Da wird nur im Kreis gefahren und Bier getrunken? Von wegen: Reporterin Maike Albrecht kennt sich aus bei den Sixdays und verrät ihre persönlichen Insider-Tipps.

Die Bremer Stadthalle wird gerade auf die bremer six days vorbereitet.

1 Jagd gucken – von oben

Darum dreht sich einfach alles, im wahrsten Sinne des Wortes. 24 Fahrer in zwölf Teams, 45 Minuten, immer linksrum, bei einem Tempo von über 50 km/h. Ich gebe zu: Als Laie steigt da keiner durch. Wer führt, fährt nicht unbedingt vorne, das Feld zerfleddert bei hohem Tempo, und immer rasen einzelne Fahrer um die Bahn während andere scheinbar oben "rumtrödeln". Wer sich aber die Mühe macht, die Jagd, auch bekannt als das olympische Madison, zu verstehen, sieht einen wirklich spannenden und athletischen Sport. Mein Tipp: Suchen Sie sich jemanden, der die Jagd kennt und lassen Sie es sich live erklären. Und: Immer von den Rängen gucken. Die Jagd kann man aus dem Innenraum kaum verfolgen.

2 Die Sprinter

Robert Förstemann mit Vollgas und verbissenem Gesichtsausdruck auf der Bahn unterwegs.
Sprinter Robert Förstemann ist nicht nur wegen seiner Erfolge bekannt. Sein Markenzeichen sind seine Oberschenkel. Bild: Event & Sport Nord GmbH | Arne Mill

In Radsport-Hochburgen wie Berlin sind sie Kult und reißen das Publikum im Velodrom von den Sitzen: Maximilian Levy und Robert Förstemann. Zwei Weltklasse-Sprinter, die das erste Mal in Bremen zu sehen sind. Beide haben diverse Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gesammelt und sind sicherlich das sportliche Highlight für alle Radsportfans. Und dazu ein ungewöhnlicher Anblick: Denn unter den Radsportlern mit den starken Beinen, sind die Sprinter die stärksten. Und unter ihnen hat Förstemann die größten Muskeln. Seine Oberschenkel haben einen Umfang von rund 73 Zentimetern. Jeder. Klar, das erregt Verdacht in einem Sport, dem nach wie vor der Doping-Stempel anheftet. Seine massigen Schenkel aber, erklärt Förstemann immer wieder, beruhen auf einem Gen-Defekt. Der natürliche Stop beim Muskelwachstum funktioniere bei ihm nicht. Positiv getestet wurde er noch nie. Ihn und Maximilian Levy live zu sein – für mich ein absolutes Muss.

3 Kojen-Luft schnuppern

Sixdays Bremen 2018 Fahrerlager Bühne
Mechaniker, Masseure und Fahrer auf engstem Raum. Hier riecht es nach frisch gewaschenen Trikots und Massageöl. Bild: gumzmedia

Das Schöne am Bahnradsport ist: Jeder kann dicht dran sein. Die Profis sind nicht abgehoben wie die Stars beim Fußball, der Sport bodenständig zwischen Massage, Mechanik und Müdigkeit. Hier riecht es dezent nach frisch gewaschenen Trikots und Öl. Von der Lounge im Innenraum aus kann man einen Blick hinunter ins Fahrerlager werfen und die Profis in den Logen mal auf einen Schnack erwischen. Auch die Steilwand der Kurve ist hier besonders gut zu sehen.

Wer keine Logen-Karte hat, muss auf Kojen-Luft aber nicht verzichten. Am anderen Ende des Innenraums machen sich die Sprinter, die Frauen und die Nachwuchsfahrer warm und lassen sich dabei über die Schulter schauen.

4 Ab aufs Rad – im Kleinen

Ich geb's zu, das Mini-Velodrom im Foyer ist wirklich mini, macht aber trotzdem Spaß. Einfach mal ein paar Runden drehen und ein Gefühl für eine Holzbahn mit steilen Kurven kriegen. Mein Tipp: Wenig nachdenken, nicht bremsen, Bier besser hinterher trinken.

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sechs-Tage-Radio, 10. Januar 2018, 20-24 Uhr