So lief die Eröffnung der 54. Bremer Sixdays

Ein Astronaut, sphärische Klänge und zwei Pistolen: So haben Ex-Raumfahrer Thomas Reiter und Fritz Merkle die 24 Fahrer ins Sechs-Tage-Rennen geschickt.

Ein als Astronaut verkleideter Mann beim den Bremer Sixdays.

Punkt 21:39 Uhr war es soweit: Zwei Schüsse aus zwei Pistolen und zwölf Fahrerpaare, die nun bis Dienstagabend ihre Runden drehen. Dass ein ehemaliger Astronaut und ein Vorstandsmitglied des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB das Rennen eröffneten – auf den ersten Blick passte das nicht ganz zusammen. Auf den zweiten schon. Denn die Eröffnung der Sixdays war zugleich Teil des Bremer Raumfahrtjahres "Sternstunden 2018". Von Januar bis Oktober gibt es in Bremen um die hundert Veranstaltungen rund um das Thema Weltraum.

Deswegen sahen die Zuschauer auf den gut gefüllten Rängen, im Innenraum und in den Logen auch keine wuchtige Show wie im vergangenen Jahr, mit einem riesigen Orchester oder Akrobatik-Einlagen wie in den Jahren davor. Stattdessen spielte die Band Klangfeld eigens komponierte, sphärische Klänge zu Videoaufnahmen von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), und ein Mann im Raumanzug schwebte über die Bahn.

Startschütze Thomas Reiter brachte den Zuschauern die Faszination Weltraum näher. Zweimal war er im All, einmal auf der Mir, einmal auf der ISS. "Wenn man alle 90 Minuten einmal um die Erde fliegt, das sind 16 Orbits am Tag, dann hat man Gelegenheit, unseren Planeten aus einer ganz besonderen Perspektive kennenzulernen. Die Eindrücke begleiten einen ein Leben lang", erzählte Reiter.

Die Fahrer in Bremen werden auf der 166,6 Meter kurzen Bahn ein paar mehr Umrundungen machen als Reiter damals im All mit seinen 5600. Um die 6.000 werden es nach den sechs Nächten sein.

Und dann will einer das erste Mal ganz oben stehen. Theo Reinhardt, amtierender zweifacher Deutscher Meister, fährt erst sein zehntes Sechs-Tage-Rennen. Gewonnen hat er noch nie. Doch dieses Mal hat er mit dem belgischen Spitzenfahrer Kenny de Ketele einen ganz starken Partner an seiner Seite. "Es ist eine große Chance, definitiv. Ich bin aber auch etwas nervös. Wir sind beide sehr motiviert, ich natürlich besonders an der Seite eines so herausragenden Partners." Insgesamt haben wohl vier Teams reelle Chancen auf den Gesamtsieg.

Stroetinga / Ghys gewinnen 1. Große Jagd

In der ersten Großen Jagd der Sixdays aber fuhr das niederländisch-belgische Duo Wim Stroetinga und Robbe Ghys den großen Favoriten kurz vor Schluss davon und nahm allen anderen eine Runde ab. Die beiden können sich zumindest Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. Stroetinga gewann in Bremen an der Seite von Leif Lampater 2014. Der erst 20-jährige Robbe Ghys fährt gerademal sein viertes Sechs-Tage-Rennen und gehört zu den großen Talenten im von Talenten nicht armen Belgien.

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sechs-Tage-Radio, 11. Januar 2018, 21:40 Uhr