Kommentar

Wer Baseball einmal versteht, liebt es!

Ab Samstag gibt es in Bremen die Baseball-Bundesliga mit den aufgestiegenen Dockers. Langweilig? Von wegen! Unser Reporter János Kereszti mit einer Liebeserklärung an den Exoten-Sport in Deutschland.

Bremen Dockers Baseball
Die Bremen Dockers spielen im Henschenbusch hinter dem Weser-Stadion. Oft sind die Gegner die einzigen Gäste. Doch das kann sich in der Bundesliga ja noch ändern.

Ja, ich bin ein Außenseiter. So gut wie niemand versteht, wie sehr ich mich auf dieses Wochenende freue. Endlich hat das monatelange Warten ein Ende. Endlich geht die Baseballsaison los!

"Baseball? Das habe ich noch nie verstanden!", oder "Da passiert doch gar nichts!", sind die beiden Sätze, die ich immer höre, wenn ich mich als Baseball-Fan oute.

Ich war Grundschüler, als mir amerikanische Kinder in meiner Nachbarschaft das Spiel erklärten. Wir haben gespielt und uns Spiele im Fernsehen angeschaut. Seitdem verfolge ich genau, was in der amerikanischen Profil-Liga MLB passiert. Wenn mein Lieblingsverein, die Boston Red Sox, gegen den Rekordchampion New York Yankees antritt, stelle ich mir auch nachts den Wecker. Ja, um ein Baseballspiel zu sehen! Wach bleiben fällt leicht, denn es passiert ständig etwas.

Boston Red Sox
Die Roten aus Boston: Der Lieblingsverein unseres Autors. Hier mit Schlagmann Hanley Ramirez. In den USA füllt Baseball große Stadien. In Bremen kamen bislang nur eine Handvoll Zuschauer. Bild: dpa / AP | John Minchillo

Im Wesentlichen ist es ein Duell zwischen dem Werfer und dem Schlagmann. Spannend wie ein Elfmeterschießen beim Fußball. Kann der Werfer so hart und trickreich werfen, dass der Schlagmann verpasst? Oder drischt dieser den Ball weit ins Feld macht Punkte für seine Mannschaft?   

Oft entscheiden Zentimeter und Zehntelsekunden über Sieg und Niederlage. Bälle zischen nach Würfen und Schlägen mit 150 km/h durch die Luft. Spieler rennen und springen danach. Teilweise mit akrobatischen Verrenkungen und unter größtem Zeitdruck fangen und werfen sie den Ball.

Kein Rückstand ist unaufholbar

Ich kenne keinen Sport, der so unvorhersehbar ist. Manche Spiele enden wie beim Handball 24:19. Aber auch ein 1:0 nach Verlängerung ist möglich. Ein ganz besonderer Zauber liegt darin, dass kein Rückstand unaufholbar ist. Das Spiel wird nicht wie beim Fußball irgendwann abgepfiffen. Eine Mannschaft muss mit erfolgreichen Spielzügen die Partie beenden und kann sich nicht über die Zeit retten.

Die feinere Regelkunde beherrscht jeder, nachdem er ein Spiel angeschaut hat. Ich muss allerdings auch warnen: Wer den Sport einmal verstanden hat, kann süchtig danach werden! Fünf Monate Winterpause werden da zu einer echten Leidenszeit. Ich weiß wovon ich spreche. Ich habe es gerade hinter mir.

 

 

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  • János Kereszti

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 29. März 2018, 16:20 Uhr