Jiri Pavlenka: "Wir sind fitter als andere Mannschaften"

Erstmals in seiner Werder-Laufbahn hat der Tscheche in drei Spielen hintereinander kein Gegentor kassiert. Im Kampf um den Klassenerhalt sieht er seine Mannschaft gut aufgestellt.

Jiri Pavlenka beim Abschlag
Seit 282 Minuten ist Jiri Pavlenka ohne Gegentor. Eine Serie, die ihm im Werder-Dress bisher noch nicht gelang. Bild: Gumzmedia/Pool/Nordphoto | Andreas Gumz

Der Schlenzer, mit dem Werders Leonardo Bittencourt am Samstag gegen Schalke das 1:0 erzielte, war einer der Marke "Tor des Monats". Ähnlich sah es auch Bremens Torhüter Jiri Pavlenka, der den Treffer am Montag im Gespräch mit "Werder TV" als "überragend" bezeichnete: "Ein unglaubliches Tor, Leo hat das sehr gut gemacht". Auf die Frage, ob er den Schuss gehalten hätte, antwortete er lachend: "Ich weiß nicht."

Jiri Pavlenka über den Sieg auf Schalke:

Als Werder gegen Schalke mit einer 1:0-Pausenführung in die Kabine ging, sah es nicht danach aus, als könnte der Sieg noch in Gefahr geraten. Zu dominant waren die Bremer aufgetreten, zu harmlos die Königsblauen. Nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild. "In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Die zweite Halbzeit war für uns schwieriger. Wir waren unter Druck, Schalke war in einigen Momenten besser", sagte Pavlenka. Jedoch schränkte der 28-Jährige ein: "Aber sie hatten keine große Torchance."

... über Werders Zu-Null-Serie:

Jiri Pavlenka streckt sich, um einen Schuss abzuwehren
Beim torlosen Unentschieden gegen Gladbach hielt Jiri Pavlenka den Punkt mit mehreren Paraden fest. Bild: Gumzmedia/Pool/Nordphoto | Andreas Gumz

Seit drei Partien haben die Bremer kein Gegentor mehr kassiert. Zuletzt war dies vor sechs Jahren der Fall. "Wir können mit unserer Defensive zufrieden sein", sagte Pavlenka. Zumindest im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Verteidigern sei es von Vorteil, so Pavlenka, dass die Partien nach der Corona-Pause vor leeren Rängen ausgetragen werden. "Ohne Zuschauer kannst du dir mit guter Kommunikation helfen." Freuen kann er sich über die Zu-Null-Serie jedoch nur bedingt: "Wenn ich gefragt werde, ob ich zu Null spielen oder drei Punkte holen möchte, nehme ich die drei Punkte."

... über die Stimmung im Team:

Auch wenn die Formkurve zuletzt deutlich wieder nach oben zeigte, habe sich nach Pavlenkas Ansicht nur wenig für seine Mannschaft geändert. "Wir sind weiter Vorletzter. Natürlich wissen wir, dass die Situation noch nicht wieder gut ist", sagte der Tscheche. Dennoch herrsche in der Kabine inzwischen ein anderer Ton: "Die Stimmung ist besser als vorher."

... über das Nachholspiel gegen Frankfurt:

Mit einem Sieg gegen die Hessen würde Werder sich auf den ersehnten und fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Relegationsrang 16 vorschieben. Mit Rechenspielen setzt Pavlenka sich jedoch nicht auseinander. "Unser Fokus liegt darauf, das Spiel zu gewinnen. Mehr nicht", sagte der tschechische Nationaltorhüter. Angesichts der Tatsache, dass auch die Frankfurter als Ligazwölfter in der Tabelle eher nach unten als nach oben schielen, sei ein Sieg aber auch im Hinblick auf die Konkurrenz von Bedeutung: "Dann bleibt auch Frankfurt in einer schweren Situation. Das ist auch wichtig für uns."

... über die kommenden Aufgaben:

Dass Werder aktuell die zweite englische Woche nacheinander spielt, sei nicht gerade einfach, sagte Pavlenka. Allerdings betonte er: "Ich weiß, dass wir fit sind. Fitter als andere Mannschaften." Was ein Vorteil sein kann für die fünf Partien, die Werder im Anschluss an das Nachholspiel am Mittwoch noch zu bestreiten hat. "Jedes Spiel ist ein kleines Finale. Wir müssen kämpfen, egal wie, zu 100 Prozent."

3 Gründe für Werders kleinen Aufschwung

Video vom 29. Mai 2020
Werder Bremen Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz.

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 30. Mai 2020, 19 Uhr