Marco Bode: Das ehemalige Steffi-Graf-Double wird 50

Waren es die Haare? Oder doch die Nase? Für ein Double der Tennis-Ikone hält den Werder-Boss heute keiner mehr – leicht ergraut wird Bode 50.

Fotos von Marco Bode und Steffi Graf nebeneinander.
Bode und Graf bei der Geburt getrennt? Wohl nicht – aber der Spruch Mandelas verfolgt Marco Bode bis heute. Bild: Imago/Sven Simon | DPA/Nietfeld Kay

Marco Bode und Südafrika sind untrennbar miteinander verbunden. Denn es ist der Geburtsort einer der legendärsten Fußball-Anekdoten, die sich bis heute erzählt werden. Damals, im Winter 1995, wurde Bode spontan von Bundestrainer Berti Vogts für sein erstes Länderspiel per Telefon nominiert. Bode amüsierte sich da gerade auf der Werder-Weihnachtsfeier im Bremer Parkhotel, als der Anruf kam.

Marco Bode lacht in die Kamera.
Die Walle-Mähne ist längst verschwunden: Heute trägt Marco Bode die ergrauten Haare lieber kurz geschnitten. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

"Am Abend saß ich dann schon im Flieger nach Südafrika und eine Woche später stand ich in Johannesburg auf dem Platz", erinnerte sich Bode noch heute genau daran, wie das war, als der inzwischen verstorbene Ex-Präsident Nelson Mandela von Kapitän Jürgen Klinsmann vor dem Anpfiff den Spielern der Startelf der Reihe nach vorgestellt wurde.

Mandela sagte zu mir: 'Wow, you look exactly like Steffi Graf.' Ich war zu geschockt, um irgendetwas antworten zu können.

Werder-Aufsichtsratschef Marco Bode

Fairer Typ, kluger Kopf

War es die wuschelige Mähne des Werderaners? Oder die leicht ausgeprägte Nase, die Bode für Mandela zum Double der Ausnahme-Tennisspielerin machte? Bode wird es wohl nicht mehr erfahren, doch den Händedruck mit der Freiheitsikone der Südafrikaner hat er nie vergessen. "Mandela ist für mich eine der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, und auch jetzt spürt man, dass er fehlt. Er hat das Land friedlich zusammengeführt."

Fairness war dem Mittelstürmer auch immer wichtig, nicht nur auf dem Spielfeld. Das Freundliche und Bodenständige ist ihm bis heute geblieben und mit seinem klugen Kopf war Bode schon immer eher der untypische Gegenentwurf eines Standard-Fußballprofis. Schachliebhaber statt Playstation-Daddler. Und welcher Kicker hat schon Abitur und dazu noch ein paar Semester Mathematik und Philosophie studiert?

Sein WM-Treffer 2002 war ein echtes Kinderspiel

Kein Wunder, dass Bode nach seiner Karriere nicht nur Betriebswirtschaftslehre studierte und seine beruflichen Interessen breit fächerte. Und eigentlich wollte er 2014 gar nicht in den Aufsichtsrat von Werder Bremen, ließ sich dann schließlich aber doch erweichen, als die Lage seines Herzensvereins so prekär wurde. Für ihn gab es nie einen anderen Klub als die Grün-Weißen und nun führt er ihn mit klarer Vision und ruhiger Hand.

As Time Goes By: Marco Bode wird 50

Marco Bode lacht in die Kamera.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

An einen seiner schönsten Fußballermomente zum Abschluss seiner Karriere erinnert sich Bode noch genau – seinen Treffer im letzten Gruppenspiel der WM 2002 in Japan und Südkorea gegen Kamerun. Bode wurde eingewechselt, als die deutsche Elf schon in Unterzahl spielte und nutzte die Gunst der Stunde: Stürmerstar Miroslav Klose war von Gegenspielern eingekesselt, da sprintete Bode auf der linken Außenbahn los und schob den Ball ins lange Eck. Die deutsche Elf gewann und sein 1:0 wurde von der Sportschau zum Tor des Monats gekürt. Dabei war es eigentlich ein Kinderspiel – denn Bode spielte die Szene im Sommerurlaub mit Kindern am Strand von Juist später nochmal begeistert nach.

Es hätte im Finale fallen und das 1:0 gegen Brasilien sein müssen. Wenn wir dann Weltmeister geworden wären, wäre es sicher in die Ewigkeit eingegangen.

Marco Bode im Jahr 2002 nach seinem WM-Treffer

Auch wenn der Treffer vielleicht nicht ganz für die Ewigkeit war, Marco Bode hatte sich seinen Platz in der Fußball-Geschichte auf seine ganz eigene Weise trotzdem erobert. Darauf wird er sicherlich am Dienstag anstoßen, wenn er seinen 50. Geburtstag feiert.

So spielte Bode sein WM-Tor am Strand von Juist nach

Marco Bode liegt im Sand

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  • Petra Philippsen
  • Heike Kirchner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Chronik, 23. Juli 2019, 7:50 Uhr