Ex-Werder-Profi Manfred Burgsmüller überraschend gestorben

Burgsmüller wurde 69 Jahre alt. Medienberichten zufolge fand ihn eine Freundin in seiner Wohnung in Essen. Werder-Sportchef Baumann zeigte sich bestürzt.

Günter Hermann im Gespräch mit dem Sportblitz.

Sein ehemaliger Verein Borussia Dortmund (BVB) bestätigte am Abend via Twitter den Tod Burgsmüllers. Details nannte der Klub nicht. Wie die Polizei inzwischen mitteilte, starb Burgsmüller bereits am Samstag in seiner Wohnung in Essen (Nordrhein-Westfalen) eines natürlichen Todes. "Ein ganz großer Borusse ist von uns gegangen. Ruhe in Frieden, Manni Burgsmüller", schrieb der BVB bei Twitter.

Burgsmüller spielte fünf Jahre für Werder Bremen. "Wir sind natürlich absolut schockiert. 69 ist noch kein Alter", sagte Werder-Sportchef Frank Baumann am Rande eines Testspiels in Oldenburg.

Manni hat allen Werder-Fans sehr viel Freude gebracht und war auch bei den anderen Klubs, bei denen er gespielt hat, sehr sehr beliebt aufgrund seiner Art. Er war ein absolutes Schlitzohr und als Mensch ein Pfundskerl. Wir möchten natürlich allen Angehörigen unser Beileid aussprechen.

Werder-Sportchef Frank Baumann

Mit Werder deutscher Meister

Manfred Burgsüller reckt neben Uwe Reinders und Frank Neubarth die Meisterschale für Werder in die Höhe.
Endlich Meister: 1988 durfte Burgsmüller (Mitte) mit Frank Neubarth (links) und Olaf Rose die Schale mit Werder hochhalten. Bild: Imago | Kicker/Liedel

1988 wurde Burgsmüller mit Werder deutscher Meister, zudem stand er mit Werder zweimal im DFB-Pokalfinale. Insgesamt bestritt Burgsmüller 447 Bundesliga-Spiele, in denen er 213 Tore erzielte. Damit belegt er Rang vier der ewigen Torjägerliste. Neben Werder Bremen und Dortmund spielte er auch für Rot-Weiss Essen und den 1. FC Nürnberg. Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft absolvierte Burgsmüller drei Länderspiele.

Im Anschluss an seine Karriere als Fußballer wagte Burgsmüller einen Anlauf im American Football. Als Kicker des Düsseldorfer Teams Rhein Fire feierte er in der Zeit von 1996 bis 2002 mehrere Erfolge, zuletzt war Burgsmüller im Sportmarketing aktiv.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Wir haben doch im Grunde nicht so viele großartige Fußballer, die so perfekt mit dem Ball umgehen können, mit so viel Schlitzohrigkeit. Da sind wir doch froh, wenn wir so'n Künstler noch dabei haben.

Werder-Trainer Otto Rehhagel im Jahr 1985 zur Verpflichtung des damals 35-jährigen Burgsmüller

Rehhagel holte Burgsmüller nach Bremen

Manfred Burgsmüller im Werder-Trikot gestikuliert mit Unverständnis auf dem Spielfeld.
Immer mit Emotionen bei der Sache: Manfred Burgsmüller 1986 im Werder-Dress. Bild: Imago | Pressefoto Baumann

Der damalige Werder-Trainer Otto Rehhagel glaubte an Burgsmüller, grub ihn bei Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga für Werder aus. "Der sah mich spielen und sagte: 'Den will ich haben, der ist topfit!'", erinnerte sich Burgsmüller einmal. "Und zur Krönung wurde ich dann im hohen Fußballer-Alter endlich Meister!" 1988 war das, Werder läutete damit goldene Jahre ein, auch deshalb wollten sie Burgsmüller an der Weser ein Denkmal errichten. Doch dies hatte er sich schon selbst gesetzt. Mit einem Tor im Jahr 1986, gegen Kaiserslautern und Torwart Gerald Ehrmann, das nur "Manni", dieses Riesen-Schlitzohr, schießen konnte.

"Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg' so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh' ich, wie der Gerri vor sich hinpennt, geh' zu ihm und schubs' dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb' ihn rein." So einfach war das in der guten alten Zeit. Burgsmüllers Zeit.

Burgsmüller, der Publikumsliebling über Nacht

Manfred Burgsmüller steht 1988 im Werder-Trikot neben Trainer Otto Rehhagel an der Seitenlinie.
Bild: Imago | Laci Perenyi

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. Mai 2019, 20 Uhr