Bremer Surfer Landrock: Tanz auf der Welle, Kunst fürs Meer

Surfen mit der Welt-Elite: dieser Traum wurde für den Bremer Chris Landrock war. Er durfte im Januar an der Longboard-Surfmeisterschaft in Südchina teilnehmen.

Surfer Chris Landrock mit seinem Surfbrett.

"Ich bin mit Leuten zusammen gesurft, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne. Es war eine klasse entspannte Atmosphäre auf dem Wasser", erzählt Landrock. Es war seine erste WM-Teilnahme, selbst finanziert und nur aus Spaß an der Sache. "Ich bin auch sehr tiefenentspannt in dieses Event reingegangen, denn ich hatte nichts zu verlieren", berichtet Landrock, der bei der Weltmeisterschaft 31. von 40 Teilnehmern wurde.

Bei der Longboard-WM treten drei bis vier Surfer gemeinsam in einer Runde an und surfen 20 Minuten lang. Fünf Richter bewerten jede Welle mit null bis zehn Punkten. "Die beiden besten Wellen werden zusammengezählt, und das ist der Wert, mit dem ein Surfer dann entweder eine Runde weiterkommt oder nicht", erklärt Landrock.

Das Schöne am Longboarden ist, dass man mit der Welle geht. Man tanzt quasi auf dem Brett.

Chris Landrock

Der gebürtige Bremer wuchs in Flensburg auf und kam dort früh mit dem Surfsport in Verbindung. Inzwischen lebt er wieder in Bremen und arbeitet während der Saison als Surflehrer in Frankreich, Galizien oder Andalusien. Außerdem ist er Künstler und Umweltaktivist. "Dadurch, dass ich seit 15 Jahren an den Meeren arbeite, ist mir aufgefallen, wie viel Müll wirklich vorhanden ist, abseits der Touristenzonen", sagt Landrock.

Kunstwerk mit Blumen aus Plastikmüll.
Kunst aus Plastikmüll von Chris Landrock.

Anfangs sammelte er Treibholz und Muscheln, wie die meisten Strandläufer. Aber irgendwann wurde ihm der viele Plastikmüll mehr und mehr bewusst. Vor acht Jahren fing er an, den Müll zu sammeln und daraus Kunstwerke zu machen, die er auf Kunsthandwerker-Märkten verkauft. Pro Saison bringt er um die acht Kisten Müll von seinen Aufenthalten am Meer mit.

Mit seiner Arbeit möchte er die Menschen auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen und ein anderes Bewusstsein schaffen. Und das ist ihm letztlich auch wichtiger als preisgekrönte Erfolge im Surf-Sport. "Ich möchte kein Profi-Surfer werden und dadurch meinen Lebensunterhalt verdienen, sondern ich möchte weiterhin einfach Spaß haben, schöne Wellen surfen und Leute darauf aufmerksam machen, dass die Meere sehr verschmutzt sind."

  • Silke Boos

Dieses Thema im Programm: Buten un binnen mit Sportblitz, 4. Februar 2018, 19:30 Uhr