Kommentar

Sané-Abgang bei Werder: Lustloser Söldner

Gestreikt und abgerauscht. Der Abgang von Lamine Sané bei Werder ist ein weiteres Beispiel für Dreistigkeit und Habgier im Profi-Fußball, findet Stephan Schiffner.

Lamine Sané
Bild: gumzmedia


Au revoir – auf Wiedersehen. Lamine Sané macht den Abflug. Alles gut, könnte man jetzt sagen. Werder wird seinen nervigen Streikprofi los, und Sané kriegt seinen Willen.

Alles gut also? Von wegen. Ich weiß nämlich nicht, wie ich so was meinen Söhnen beibringen soll. Fünf und drei Jahre alt, die Werder und Dortmund toll finden, sich für Kruse oder Aubameyang begeistern. Und jetzt der Fall Sané. Viel verdienen, wenig leisten und dann einfach schwänzen – das ist Kindern schwer zu vermitteln. Und Erwachsenen übrigens auch.

Einfach auf der Tribüne versauern lassen

Was sich im Profi-Fußball abspielt, ist ein nie erlebtes Ausmaß an Dreistigkeit und Habgier. Spieler-Millionäre erpressen durch Arbeitsverweigerung die Vereine und erzwingen so ihren Wechsel. Dembelé und Aubameyang in Dortmund, Sané in Bremen. Ich wünschte mir, die Klubs würden ihre lustlosen Söldner einfach auf der Tribüne versauern lassen. Das könnte ich zu Hause erklären. Aber genau das können oder wollen sich die Vereine nicht leisten. Schade.

Die Entwicklung ist gefährlich. Der Spitzen-Fußball ist mit utopischen Ablösesummen komplett entrückt. Die immer fetteren Beträge durch Fernsehgelder und Investoren wandern in die Taschen von Spielern und ihren Beratern.

Die Gegenleistung: Seit Jahren Langeweile im Titelkampf, stattdessen Wechselwahnsinn. Ich hatte schon mal deutlich mehr Bock auf Fußball und auf die Bundesliga. Und das erzähle ich übrigens auch meinen Söhnen.

  • Stephan Schiffner

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Januar 2018, 18:06 Uhr