Kommentar

Diese 3 Gründe sprechen gegen die Pizarro-Rückkehr

Es ist die Meldung des Tages: Claudio Pizarro kommt mit 39 Jahren für ein Jahr zurück zu Werder Bremen. Die Fans in den sozialen Medien sind mehrheitlich begeistert. Aber der Transfer birgt auch Risiken.

Claudio Pizarro auf dem Weg zum Training
Beste Laune bei Pizarro, als er Sonntag das erste Mal zum Einzeltraining lief. Doch sind sich Klub und Spieler wirklich über die Hierarchie einig? Bild: gumzmedia | Oliver Soller

Diese Nachricht ist etwas für Romantiker und Nostalgiker und für diejenigen, die noch an das Gefühl im Fußball glauben und nicht nur an das Geld. Claudio Pizarro kommt nach einem Jahr Abstinenz zurück nach Bremen. Es ist sein fünftes Engagement bei Werder. Das zeigt: Da gehören zwei zusammen. Ein Stück mehr Identität für die grün-weiße Fan-Seele, die sich mal wieder darin bestätigt sieht, dass Bremen eben doch was Besonderes ist im harten Geschäft des Profi-Fußballs.

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Pizarro kommt als Back-Up, sein Vertrag ist "stark leistungsbezogen", das finanzielle Risiko für Werder ist offenbar gering – und Claudio Pizarro, der Bremer Bundesliga-Rekordtorschütze (104 Treffer), bekommt ein Abschieds-Jahr bei seinem Wunsch-Klub, mit Abschiedsspiel inklusive. Doch bei all der Romantik: Dieser Deal birgt auch Risiken.

Diese Gründe sprechen gegen den Pizarro-Transfer

1 Pizarro besetzt einen Platz im Kader

"Claudio weiß, dass er nicht zwangsläufig ein Startelf-Kandidat ist", sagt Trainer Florian Kohfeldt. Ein Kandidat für die Tribüne ist der Peruaner trotz seiner 39 Jahre aber auch nicht. Das würde der Stürmer vermutlich nicht lange anstandslos hinnehmen. Sitzt Pizarro als Joker auf der Bank, nimmt er aber anderen – jüngeren – Spielern einen Platz weg. Noch im vergangenen Sommer, als Werder Pizarro keinen neuen Vertrag anbot, sagte Geschäftsführer Frank Baumann: "Aufgrund der großen Konkurrenzsituation im Angriff und der jungen Talente, deren Entwicklung wir nicht blockieren möchten, haben wir uns dazu entschieden, den Vertrag mit Claudio nicht zu verlängern." Und jetzt? Werders Situation hat sich nicht verändert, der Sturm ist mit den Neuzugängen Osako und Harnik sogar besser besetzt als in der Vorsaison. So macht sich Baumann ein Stück weit unglaubwürdig.

2 Kein klarer Platz in der Mannschaft

Claudio Pizarro ist ein Anführer, selbstbewusst, dekoriert mit dem Titel: Bester ausländischer Torjäger der Bundesliga-Geschichte (192 Treffer) und er weiß, was er an Bremen hat. Die Fans stehen hinter ihm – aber tun das auch die Mannschaftskameraden? Werder ist im Sturm gut aufgestellt, hat mit Harnik und Osako zwei starke Spieler geholt, dazu ist Max Kruse Werders Leader auf dem Platz. Und auch Winter-Transfer Milot Rashica hat schon bewiesen, dass er wertvoll für Werder werden kann. Außerdem wartet Fin Bartels auf sein Comeback und Johannes Eggestein auf seinen Durchbruch. Wo ist dort noch Platz für Pizarro? Pizarro soll laut Werder seine Erfahrung einbringen und gerade die jüngeren Spieler unterstützen. Aber das könnten Harnik und Kruse genauso. Die erfahrenen Profis im Kader dürften den fast 40-Jährigen nicht mehr als echte Konkurrenz sehen, die jungen könnten sich von ihm gehemmt fühlen.

3 Pizarro besitzt zu viel Strahlkraft

Eigentlich ist so ein Strahlemann ja eine schöne Sache, wenn die Leistung dabei stimmt. In Köln aber spielte Pizarro in der vergangenen Saison nur 16 Mal, davon zweimal über 90 Minuten. Nur ein Tor hat er geschossen. In der letzten Saison bei Werder im Jahr davor sah es nicht viel anders aus. 19 Mal stand er auf dem Platz, schoss ein Tor. Trotzdem ist Pizarro immer ein Thema, bei den Fans und den Medien. Steht er einige Spiele nicht im Kader oder sitzt nur auf der Bank, wird das zur Diskussion – und bringt Unruhe in den Verein.

Mehr zum Thema:

  • Felix Krömer
  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Juli 2018, 19:30 Uhr