So nutzt Kohfeldt Werders schwache Darbietung als Mutmacher

Getreu dem Motto "Es kann nur besser werden" setzt der Coach der Bremer im Relegations-Rückspiel auf eine Leistungssteigerung seines Teams. Zudem zählt Werder auf seine Auswärtsstärke.

Florian Kohfeldt blickt skeptisch in die Ferne.
Kann dem 0:0 seines Teams im Relegations-Hinspiel gegen Heidenheim nur wenig Positives abgewinnen: Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Bild: Gumzmedia | Tim Groothuis/Witters/Pool//via gumzmedia/nordphoto

Mehr als 75 Minuten dauerte es, bis Werder im Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim erstmals so etwas wie Torgefahr aufblitzen ließ. Die starke Flanke des eingewechselten Fin Bartels setzte Yuya Osako jedoch per Kopf knapp über den Querbalken. Zwar suchten die Bremer nach der ersten größeren Chance noch mehrere weitere Male den Abschluss, blieben letztendlich aber verdient ohne eigenen Treffer. Mehr noch: Werder war mit dem 0:0-Unentschieden insgesamt noch recht gut bedient. Trainer Florian Kohfeldt machte nach der Partie deutlich, was er von der Leistung seines Teams hielt.

Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns. Wir haben es nicht geschafft, die Lösungen zu spielen, die wir vorher besprochen hatten. Ich kann gar nicht bewerten, ob unser Plan nicht funktioniert hat, weil wir gar nicht in ihn reingekommen sind.

Werder-Coach Florian Kohfeldt

Trotz der im Hinblick auf das Rückspiel nur wenig vielversprechenden Ausgangssituation, in die Werder sich mit dem torlosen Remis gebracht hat, kann Kohfeldt der Darbietung seiner Mannschaft sogar noch etwas Positives abgewinnen. "Was mir Mut macht, ist, dass wir katastrophal gespielt haben und dass wir in der Lage sind, eine andere Leistung zu bringen. Diesmal war sie richtig schlecht", sagte der 37-Jährige. Soll heißen: Noch schwächer als im Hinspiel können die Grün-Weißen gar nicht auftreten. Folglich, so die Kohfeldt-Logik, kann es am Montag (20:30 Uhr) nur besser werden. Genau diese Einstellung muss er jetzt auch seinen Spielern vermitteln, und das möglichst schnell. "Wir dürfen und müssen enttäuscht sein, aber nicht zu lange und uns dann wieder auf das zweite Spiel konzentrieren", so Kohfeldt.

Füllkrug: "Ordentliche Ausgangssituation"

Ein weiterer Mutmacher ist die Tatsache, dass die Bremer es geschafft haben, ihrem Heimfluch zu trotzen, sprich: gegen Heidenheim zu Hause nicht zu verlieren. Denn angesichts der zwölf Heimniederlagen der Grün-Weißen ist das Weser-Stadion für Gäste-Teams in dieser Saison fast schon eine sichere Bank, will man seine Auswärtsbilanz aufbessern. Nur zwei Heimsiege feierte Werder in 17 Heimspielen, einer davon war der wichtige 6:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln. In fremden Stadien wiederum holten die Grün-Weißen insgesamt 22 Zähler. Gleich sechs Mal gingen sie gar als Sieger vom Platz, was den achten Platz in der Auswärts-Tabelle bedeutet. Auf diesen Faktor zählt auch Stürmer Niclas Füllkrug: "Wir sind heimschwach und auswärtsstark, deshalb ich das eigentlich eine ordentliche Ausgangssituation."

Allerdings spielt Heidenheim im Gegensatz zu Werder gerne im eigenen Stadion: Die Schwaben gewannen elf Spiele in der heimischen Voith-Arena und kassierten die zweitwenigsten Heim-Gegentore der Liga. Das Rückspiel wird für Kohfeldt und Co. also alles andere als ein Selbstläufer – Mutmacher hin oder her.

Werder-Stadionsprecher ohne Zuschauer: "Ich mach's für die Spieler"

Video vom 2. Juli 2020
Der Stadionsprecher von Werder Bremen Arne Zeigler zu Gast im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 3. Juli 2020, 18:06 Uhr