Gibt es bald ein Verbot von Sportwetten-Werbung im Profifußball?

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Wettschein, neben dem sich ein Haufen mit Geldscheinen befindet.

Bremer Innensenator will Spielstopp für Fußball-Bundesliga durchsetzen

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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hat der Werbung für Sportwetten den Kampf angesagt. Auf der Innenministerkonferenz will der SPD-Politiker ein Verbot erwirken.

Sportwetten sind ein lohnendes Geschäft. Laut dem Statistik-Portal "Statista" lag der Umsatz allein auf dem deutschen Sportwettmarkt im Jahr 2019 bei 9,3 Milliarden Euro. Im Vorjahr erfuhr die Branche zwar einen coronabedingten Einbruch, dennoch betrug der Umsatz rund 7,8 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass viele Anbieter hohe Summen zahlen, um sich ins Rampenlicht zu stellen. Zugpferd der Werbe-Maschinerie ist – wenig überraschend – der Profifußball.

Mäurer-Vorstoß auf der Innenministerkonferenz

Innensenator Ulrich Mäurer im Interview bei der Personalversammlung der Polizei
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will gegen Sportwetten-Werbung vorgehen. Bild: Radio Bremen

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer ist genau das ein Dorn im Auge. Schon seit langem plädiert der SPD-Politiker für ein Verbot von Sportwetten-Werbung. Bei der Innenministerkonferenz, die von Mittwoch bis Freitag stattfindet, will Mäurer einen Beschluss für sein Vorhaben erreichen. "Ich glaube, dass da nur radikale Veränderungen helfen", sagte Mäurer vor Kurzem zu buten un binnen.

Hintergrund von Mäurers Vorstoß ist die hohe Suchtgefahr, die mit Sportwetten einhergehe. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seien allein in Deutschland 200.000 Menschen "pathologische Spieler". Bei fast 230.000 Menschen liege zudem ein "problematisches Spielverhalten" vor. "Ich halte es für unverantwortlich, dass sich Fußball und Medien zum Vorreiter dieser Kultur machen", so Mäurer.

Entwicklung sei "unverantwortlich"

Konkret stört sich Mäurer neben der Rolle, die der Profifußball als Werbepartner spielt, unter anderem an einer Kooperation zwischen der "Bild"-Zeitung und einem Wettbüro. Nach Wahrnehmung des Innensenators überschreite die "Bild" in ihrer Berichterstattung die Grenze zwischen Werbung und Presseartikeln. "Damit wird der Boden bereitet, um neue Kunden zu werben", so Mäurer.

Ich halte die gesamte Entwicklung für unverantwortlich.

Ulrich Mäurer, Bremer Innensenator (SPD), zu buten un binnen

Bremens Innensenator will gegen Sportwetten-Werbung vorgehen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 1. Dezember 2021, 8 Uhr