Grün-Gold enthüllt neue Choreo "This is me"

Erfolgs-Trainer Roberto Albanese hat sich mal wieder selbst neu erfunden. Seine Choreo für die Grün-Gold-Lateinformation legt die Latte für die Deutsche Meisterschaft extrem hoch.

Die Lateinformation des Grün-Gold-Clubs bei einer Pose während der Generalprobe.

So kennt man Roberto Albanese eigentlich gar nicht – er strahlt. Und das tut er sonst nie in der heißen Phase vor einem wichtigen Wettbewerb wie der Deutschen Meisterschaft am 10. November in Braunschweig. Und schon gar nicht vor der Generalprobe einer neuen Choreografie. Normalerweise wird der ehrgeizige Trainer des Bremer Grün-Gold-Clubs dann schon mal laut und ungeduldig bei den Proben. Die Anspannung muss einfach raus. Und Erfolg ist kein Selbstläufer.

Roberto Albanese strahlt mit gelber Baseball-Mütze beim Sportblitz-Interview.
Sehr zufrieden mit dem ersten, öffentlichen Auftritt: Trainer Roberto Albanese.

Albanese hat im Lateinformationssport seit Jahren immer wieder neue Maßstäbe gesetzt, in seinen Choreografien oft innovative Tanzelemente erfunden und sich zudem getraut, mit der Musik zu experimentieren. Acht Weltmeistertitel mit Grün-Gold sind eben kein Zufall, und so verlangt er auch von seinen Tänzerinnen und Tänzern jederzeit Höchstleistungen. Und es ist gar nicht so leicht, den Perfektionisten Albanese zufrieden zu stellen.

Bei der deutschen Meisterschaft muss alles sitzen

Am Mittwochabend jedoch, in der Bremer Unihalle, da erlebte man einen geradezu unaufgeregten Albanese, der viel lächelte und sogar strahlend bekannte: "Ich bin sehr zufrieden." Eine Art öffentliches Training war es, doch die Öffentlichkeit bestand nur aus 40 fast handverlesenen Familienmitgliedern, Freunden und ehemaligen Tänzern. Sie sollten als erste die neue Choreografie "This is me" bewundern, mit der das A-Team des Grün-Gold-Clubs am 10. November um seinen 14. deutschen Meistertitel kämpfen wird.

Die Lateinformation des Grün-Gold-Clubs bei einer Pose während der Generalprobe.
"This is me" besticht durch einen sehr künstlerischen Beginn.

Es wurde gejohlt und applaudiert von den Rängen, als die Formation den ersten Durchlauf tanzte. Albanese hatte sich mit auf die kleine Tribüne gesetzt, um einen besseren Blick auf seine acht Paare zu haben. Wie immer fieberte er bei jeder Bewegung mit und feuerte lautstark an. Als "spektakulär", "besonders", "untypisch" oder "ganz anders" beschrieben einige der Tänzerinnen und Tänzer begeistert das neue Werk Albaneses. Einerseits gibt es sehr künsterlische Passagen, dann wieder Formationselemente, die sehr präzise getanzt werden. Die Hingucker sind jedoch die Entwicklungen der Bilder im Mittelteil, die Albanese wie kaum ein anderer Choreograf in fließenden Übergängen tanzen lässt.

"This is me" ist eine Art Selbstporträt

Roberto Albanese feuert lautstark seine Lateinformation während der Generalprobe an.
Immer voll dabei: Trainer Roberto Albanese.

Auch für Albanese war es eine Herausforderung, nach zwei Jahren wieder etwas Neues zu kreieren. Etwas zu erschaffen, was man vorher auf dem Parkett noch nicht gesehen hatte. Der Titel "This is me" ist auf ihn selbst bezogen, die Choreografie als eine Art Selbstporträt Albaneses zu verstehen. "Ich habe mich sehr reingehangen", sagte er im Gespräch mit buten un binnen Sportblitz, "und man kann ziemlich gut meine Handschrift in der Choreografie erkennen." Albanese scheint es gelungen, er hat sich mal wieder selbst neu erfunden.

"Sie müssen gut sein, um uns zu schlagen"

Seit acht Wochen schuftet das Team an jedem Wochenende bis zu neun Stunden auf dem Parkett, am kommenden Samstag soll bei einer Show vor mehreren tausend Zuschauern die Generalprobe getanzt werden. "Man merkt, wie kaputt sie jetzt sind", sagte Albanese, "ich muss das Training jetzt genau dosieren. Aber bisher haben wir es immer hingekriegt, dass sie im richtigen Moment abgeliefert haben." Albanese überlässt das allerdings nicht dem Zufall, anstatt nur mit neun Paaren das Training zu absolvieren – also nur einem Reservepaar – gehören nun 13 Paare zur Trainingsgruppe. Konkurrenzkampf pur, der sich bisher auszahlte. "Jetzt hat keiner mehr mit einer kleinen Erkältung das Training abgesagt", betonte Albanese.

Die Grün-Gold-Formation mit einer künsterischen Pose der neuen Choreografie.
Begeisterte die Zuschauer in der Unihalle von Beginn an: die neue Choreo "This is me".

Der Countdown zur deutschen Meisterschaft läuft und wie immer schaut die Tanzkonkurrenz nach Bremen. Und so macht Albanese um die Choreografie, die Kostüme und Frisuren bisher noch ein großes Geheimnis. Niemand soll zu früh zu viele Details mitbekommen. "Wir sind seit Jahren ungeschlagen", sagte Albanese, "manche denken sich: Jetzt muss auch mal jemand anderes drankommen." Doch freiwillig wird der Grün-Gold-Club auf keinen Titel verzichten und ist bereit, ihn mit aller Macht und "This is me" zu verteidigen. "Sie müssen gut sein, um uns zu schlagen", fügte Albanese hinzu, "und wir müssen gut sein, wenn wir den Titel verteidigen wollen." Der erste Auftritt zumindest stimmte den Perfektionisten optimistisch, ja, zufrieden.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 1. November 2018, 18:06 Uhr